BiSS-Module im Primarbereich

Analog zum Elementarbereich lassen sich auch die Leitlinien des Programms für den Primarbereich den Bereichen Sprachliche Bildung und Sprachförderung, Sprachdiagnostik sowie Professionalisierung des Fachpersonals zuordnen. Hinzu kommt der Bereich der Leseförderung, der im Primarbereich eine zentrale Rolle spielt. Der enge Zusammenhang zwischen Elementar- und Primarbereich wird bereits dadurch deutlich, dass viele der Leitlinien aus dem Elementarbereich auch für den Primarbereich gelten. 

Modul P 1: „Gezielte sprachliche Bildung in fachlichen und alltäglichen Kontexten“
Das Modul knüpft an die alltagsintegrierte Sprachbildung im Elementarbereich an und führt diese im schulischen Kontext weiter. Der Ansatz zielt darauf ab, Lehrkräfte in die Lage zu versetzen, sprachlich schwache Kinder im Unterricht in allen Fächern und im Rahmen außerunterrichtlicher Angebote (z.B. am Nachmittag in Ganztagsschulen) der Grundschule zu fördern. Weiterhin soll die Vielfalt der im Schulalltag anfallenden Lerngelegenheiten systematisch genutzt werden, um die sprachliche Kompetenzentwicklung der Kinder zu unterstützen.

Modul P 2: „Intensive sprachstrukturelle Förderung“
Aufbauend auf Modul 4 des Elementarbereichs „Intensive Förderung im Bereich Sprachstruktur und Bildungssprache“ zielt das Modul 2 im Primarbereich auf die Unterstützung von Kindern in der Aneignung sprachstruktureller Fähigkeiten (Grammatik) ab. Das Modul richtet sich an Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache, aber auch an Kinder mit deutscher Herkunftssprache, bei denen ein entsprechender Förderbedarf im Bereich der Grammatik diagnostiziert wurde. Da sich die Förderung an diese spezifische Lerngruppen richtet, wird das Modul in der Regel additiv umgesetzt werden müssen.

Modul P 3: „Diagnose und Förderung der Leseflüssigkeit und ihrer Voraussetzungen“
Ein wesentliches Ziel dieses Moduls, das auf Modul 5 des Elementarbereichs „Intensive Förderung der phonologischen Bewusstheit bei den 5- bis 6-Jährigen in der Kleingruppe“ aufbaut, liegt in der Steigerung der Leseflüssigkeit insbesondere bei solchen Grundschülerinnen und -schülern, die im Vergleich zur Jahrgangsgruppe noch nicht schnell und genau genug lesen. Es sollen möglichst unterrichtsintegriert, weiterhin aber auch in Form additiver Angebote Fördermaßnahmen im Bereich der Wortschatzausbildung, der phonologischen Bewusstheit und der basalen Lesekompetenz bereitgestellt werden. Da Lerngewinne im Unterricht entscheidend von den pädagogischen Orientierungen und Überzeugungen der Lehrkräfte abhängen, sind spezifische Fortbildungsmaßnahmen erforderlich, die das Wissen der Lehrkräfte im Inhaltsbereich erweitern und zudem motivationsbildend sind.

Modul P 4: „Diagnose und Förderung des Leseverständnisses“
Ziel dieses Moduls ist die Diagnose und Förderung des Leseverständnisses bei Schülerinnen und Schülern insbesondere ab Beginn der dritten Grundschulklasse. Es wird davon ausgegangen, dass fortgeschrittene Grundschüler erst dann über ein altersangemessenes Leseverständnis verfügen, wenn die basalen Voraussetzungen gegeben sind, wenn also die Schülerinnen und Schüler sowohl im Hinblick auf den relevanten Wortschatz als auch die notwendigen phonologischen Kompetenzen gute Voraussetzungen aufweisen und sie hinreichend schnell und genau lesen können. Wenn demnach die Ziele des Moduls zur Diagnose und Förderung der Leseflüssigkeit und ihrer Voraussetzungen erreicht worden sind, stehen die Chancen dafür gut, dass auch das Leseverständnis im fortgeschrittenen Grundschulalter bedeutsam gesteigert werden kann.

Beratung Primarstufe:
Dr. Luna Beck
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Tel.: (030) 2093-46501
E-Mail: luna.beck(at)iqb.hu-berlin.de