BiSS-Module in der Sekundarstufe

Als globales Ziel der Sekundarstufe kann der Aus- und Aufbau der sog. bildungssprachlichen Kompetenzen gesetzt werden, für die in den vorangegangenen bildungsinstitutionellen Phasen die Grundlagen gelegt wurden. Im Einzelnen sollen die folgenden Kompetenzbereiche fokussiert werden, die ihren Niederschlag in den Modulen finden:

  • Lesen und Schreiben
  • Sprechen und Zuhören
  • Sprache im Fachunterricht

Modul S 1: „Diagnose und Förderung der Leseflüssigkeit“
Das Modul zielt – insbesondere zu Beginn der Sekundarstufe und bei schwachen Leserinnen und Lesern – auf die Steigerung der Leseflüssigkeit vor allem der Schülerinnen und Schüler, die noch nicht hinreichend schnell und genau lesen. Es knüpft damit unmittelbar an das gleichnamige Modul im Primarbereich an.

Modul S 2: „Lese- und Schreibstrategien im Verbund vermitteln“
Dieses Modul zielt darauf, die Vermittlung von Lese- und Schreibstrategien systematisch aufeinander zu beziehen, weil sich Lesen und Schreiben im Erwerbsprozess gegenseitig stützen. Damit schließt es inhaltlich an das Modul „Diagnose und Förderung der Leseflüssigkeit“ an, weil hier die hierarchiehöheren und kognitiv anspruchsvolleren Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt und eingeübt werden. In der Sekundarstufe steigen die Anforderungen an die Lese- und Schreibkompetenz gegenüber dem Primarbereich deutlich an, weil die zu lesenden und schreibenden Texte inhaltlich schwieriger und die Textfunktionen vielfältiger und komplexer werden.

Modul S 3: „Selbstreguliertes Lesen und Schreiben“
Ziel dieses Moduls ist es, die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler – vor allem mit Blick auf den Übergang in die berufliche Ausbildung am Ende der Sekundarstufe – zu stärken. Auch und gerade lernschwache Schülerinnen und Schüler müssen die Kompetenz erwerben, ihre Lern- und Arbeitsprozesse selbstgesteuert zu organisieren. Insofern zielt dieses Modul auf Wege und Möglichkeiten, wie über Lesen und Schreiben selbstreguliertes Lernen realisiert werden kann.

Modul S 4: „Sprachliche Bildung in fachlichen Kontexten“
Das Modul zielt darauf, Prozesse der sprachlichen Bildung und Förderung möglichst breit im Unterricht zu verankern, um den Schülerinnen und Schülern vielfältige Lern- und Übungsgelegenheiten zu bieten. Für diesen Zweck ist es erforderlich, möglichst viele Fächer und Fachlehrerinnen und -lehrer aktiv auch in die Lese- und Schreibförderung einzubeziehen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass zum einen fachliche und fachspezifische Texte und Textsorten beim Lesen und Schreiben angemessen berücksichtigt werden und dass zum anderen die Lese- und Schreibstrategien unter den Fächern abgestimmt werden. Denn nur auf diese Weise gelingt es, dass die Schülerinnen und Schüler nicht in den verschiedenen Fächern mit unterschiedlichen, sich vielleicht widersprechenden Strategien konfrontiert werden. Ziel ist, die im Fach Deutsch erworbenen Kenntnisse und Strategien in Bezug auf das Lesen und Schreiben auch in den Sachfächern anzuwenden. Damit knüpft dieses Modul unmittelbar an das gleichnamige Modul der Primarstufe an.

Modul S 5: „Medieneinsatz: Schreiben und Lesen mit digitalen Medien“
Das Modul hat das primäre Ziel, durch einen gezielten Einsatz neuer Medien vielfältige Lese- und Schreibanlässe in allen Fächern zu schaffen. Die neuen Medien schaffen wegen ihrer technischen Möglichkeiten gute Voraussetzungen, um unterschiedliche lese- und schreibförderliche Maßnahmen vielfältig und flexibel einzusetzen. Dazu gehören Formen des kooperativen Lehrens und Lernens, aber auch computergestützte Trainingsverfahren. Die Vermittlung von Medienkompetenz, d.h. die produktive, zielorientierte und kritische Nutzung der Medien, ist ein erwünschter Nebeneffekt, steht aber nicht im Zentrum des Moduls. Des Weiteren zielt das Modul auch darauf, die Schülerinnen und Schüler auf die sich ändernden Lese- und Schreibformen vorzubereiten, die sich aus den neuen Medien ergeben; als Beispiele seien hier etwa Hypertexte, soziale Netzwerke, Onlineportale für Bewerbungen genannt.

Beratung Sekundarstufe:
Dr. Nora Rüsch
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Tel.: (0221) 470-3226
E-Mail: nora.ruesch(at)mercator.uni-koeln.de