Welttag der Alphabetisierung: Warum wir gut ausgebildete Grundschullehrkräfte brauchen

06.09.2018 //

Grundschullehrerein und Schülerein
Grundschullehrerin und Schülerin
Bildrechte: Trägerkonsortium BiSS, J. Ouwerkerk
Mit dem Welttag der Alphabetisierung am 8. September erinnert die UNESCO an die Bedeutung von Alphabetisierung. Mit Blick auf diesen Tag erklärt Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Sprecher des BiSS-Trägerkonsortiums und Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache:

„Wir leben in einer Welt, in der Informationen in Texten gespeichert sind. Nur wer lesen und schreiben kann, hat Zugang zu diesem Wissen, kann an der Gesellschaft teilhaben und ein selbstbestimmtes Leben führen. Die Grundlage dafür wird im Kindesalter gelegt. Insbesondere der Grundschule kommt eine zentrale Rolle bei der Vermittlung des Lesens und Schreibens zu. Dennoch verlässt rund ein Fünftel der Kinder die Grundschule ohne ausreichende Lese- und Schreibkompetenzen: Laut Internationaler Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) verfehlen 18,9 Prozent den Mindeststandard im Lesen. Dem IQB-Bildungstrend zufolge sind es bei der Rechtschreibung sogar 22 Prozent der Viertklässler. Um diese Schüler müssen wir uns verstärkt kümmern. Eine der wichtigsten Stellschrauben ist die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Sie müssen wissen, wie Kinder Lesen und Schreiben lernen, wie sie Förderbedarf diagnostizieren und Schüler fördern und begleiten können. Dazu liegen in der Forschung bereits zahlreiche Erkenntnisse vor. Auch in Zeiten des Lehrermangels ist es von immenser Bedeutung, dass alle Lehrkräfte in der Grundschule für sprachliche Bildung qualifiziert sind. Nur so kann es gelingen, den Anteil der Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, dauerhaft zu senken.“

BiSS fördert die Weiterbildung von Grundschullehrerinnen und -lehrern und Kita-Fachkräften

Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, inwiefern die in den Bundesländern eingeführten Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung für Kinder und Jugendliche (effizient) wirken und entwickeln diese weiter. BiSS unterstützt zudem die erforderliche Fortbildung und Weiterqualifizierung der teilnehmenden Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrkräfte. Das Programm trägt auf verschiedene Weise dazu bei, die Sprach- und Leseförderung in Bildungseinrichtungen zu fördern und zu professionalisieren. Nähere Informationen

Lesen und schreiben Schulkinder immer schlechter?

Der Faktencheck des Mercator-Instituts gibt Auskunft.