Der aktuelle nationale Bildungsbericht 2026 zeigt, dass sprachliche Bildung früh ansetzen muss. Denn: Kompetenzunterschiede, die sich bis zur Einschulung herausbilden, „bleiben im Schulverlauf relativ stabil“ – heißt es in dem Bericht, der jetzt erschienen ist. Der Bildungsbericht erscheint alle zwei Jahre und wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun zum elften Mal im Auftrag von Bund und Ländern erarbeitet und veröffentlicht.
Bereits im Alter von 2 Jahren zeigen sich demnach bedeutsame Unterschiede im Wortschatz in Abhängigkeit von der Bildung der Mutter. Lange vor Schuleintritt, so macht der Bericht deutlich, bestehen also ungleiche Startbedingungen.
Frühe Sprachbildung als wichtiger Hebel für Chancengerechtigkeit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Bildungsungleichheit in Deutschland weiterhin stark mit der sozialen Herkunft zusammenhängt – also mit dem sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund der Familie, in der Kinder aufwachsen.
Die Ergebnisse zeigen zugleich aber auch, wo ein großes Potenzial für mehr Chancengerechtigkeit liegt: in den Kindertageseinrichtungen. Denn neben der Familie ist die Kita ein wichtiges Lernumfeld und damit ein zentraler Ort, um Bildungschancen zu verbessern. Pädagogische Fachkräfte können hier Lerngelegenheiten schaffen, die Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung unterstützen und wichtige Grundlagen für ihren weiteren Bildungsweg legen. Durch Diagnostik und zielgenaue Fördermaßnahmen vor dem Schuleintritt können Kinder bereits in frühen Jahren Basiskompetenzen aufbauen, die für ihre Bildungsbiografie entscheidend sind.
Insbesondere sprachliche Kompetenzen sind dabei zentrale Voraussetzung für den weiteren schulischen Erfolg, wie auch der Bericht herausstellt. Vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien oder mit mehrsprachigem Hintergrund können von qualitativ hochwertigen sprachlichen Bildungsangeboten in der frühen Kindheit profitieren.
BiSS bietet breites Unterstützungsangebot für pädagogische Fachkräfte
An dieser Stelle arbeitet BiSS seit Jahren und auch aktuell. Die Bund-Länder-Initiativen „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) und BiSS-Transfer setzen sich bereits seit 2013 für eine frühkindliche sprachliche Bildungsarbeit ein, um Kinder und Jugendliche durchgängig entlang der gesamten Bildungskette – von der Kita bis in die berufliche Bildung – zu begleiten.
Wissenschaftlich fundierte Konzepte wurden im Rahmen der Initiativen entwickelt und erprobt sowie zahlreiche Angebote für Schulen und Kitas geschaffen. Ziel im Elementarbereich war und ist es, pädagogische Fachkräfte mit wirksamen Konzepten und Maßnahmen zu unterstützen, um Kinder für den Übergang in die Schule sprachlich zu stärken.
BiSS setzt dabei vor allem auf eine alltagsintegrierte und zugleich gezielte sprachliche Bildung in der Kita. Das heißt: Sprachförderliche Interaktionen zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern sollten nicht nur in zusätzlichen Fördermaßnahmen erfolgen, sondern in den pädagogischen Alltag eingebettet sein. Kinder kontinuierlich mit sprachlichen Anregungen zu begleiten, ist das Ziel.
Auch das Thema Mehrsprachigkeit spielt dabei eine große Rolle. Denn – wie der Bildungsbericht unterstreicht – ist sprachliche Vielfalt in der Bevölkerung und ganz besonders in Kitas ein längst alltägliches Phänomen. BiSS bietet daher bundesweit verfügbare Materialien und Fortbildungen an, die auch die mehrsprachlichen Ressourcen von Kindern gewinnbringend einbeziehen.
Lesen Sie mehr über die Arbeit von BiSS im Elementarbereich
BiSS hat die Angebote für den Elementarbereich über die Jahre offengehalten und aktualisiert. Wie viele Fachkräfte die Fortbildungen von BiSS zur frühkindlichen Bildung mittlerweile nutzen, welche konkreten Angebote zur Verfügung stehen und wie die BiSS-Fortbildungen in einzelnen Bundesländern – wie etwa Bayern – umgesetzt werden, zeigt das BiSS Magazin in mehreren Beiträgen.
In unserem ersten Beitrag zur Reihe, der ab sofort online für Sie bereitsteht, können Sie sich einen Überblick über Wissenswertes, Zahlen und das Unterstützungsangebot von BiSS für den Elementarbereich verschaffen.
Schauen Sie gern auch in der kommenden Woche wieder in unserem Online-Magazin vorbei: Dann gibt Marlen Wendland im Interview Einblicke in konkrete Fortbildungsinhalte zur frühen Sprachbildung. Unter anderem erläutert die Content-Entwicklerin im BiSS-Blended-Learning-Team, wie die Fortbildungen aufgebaut sind, warum diese besonders praxisorientiert sind und wie alltagsintegrierte sprachbildende Maßnahmen in der Praxis gelebt werden können.
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