Wissenschaftliche Begleitung

Die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Kooperationspartnern war ein wichtiger Bestandteil der BiSS-Verbundarbeit. Von den 106 Verbünden wurden insgesamt 49 Verbünde von Universitäten oder Hochschulen begleitet. In der Regel waren die wissenschaftlichen Partner von Anfang an aktiv und haben die Verbundkonzepte mitentwickelt, in anderen Fällen stießen sie erst im Verlauf der Verbundarbeit dazu – je nachdem, ob in einem Bundesland bereits Kooperationen oder Projekte zwischen Praxis und Wissenschaft existierten, an die angeknüpft werden konnte, oder ob diese erst aufgebaut werden mussten.

Was bedeutet „wissenschaftliche Begleitung“?

Der Begriff der „wissenschaftlichen Begleitung“ ist in BiSS weit gefasst und bezeichnet verschiedene Formen der Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis. In einigen Verbünden ist der wissenschaftliche Partner für die Qualifizierung der Fach- oder Lehrkräfte verantwortlich und setzt Fortbildungen oder auch ganze Professionalisierungskonzepte. In anderen Verbünden beraten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Praxisverbünde dabei, wie sie bereits evaluierte Konzepte an die lokalen Bedingungen in ihrem Verbund (z. B. eine veränderte Zielgruppe) anpassen können.

Den Idealfall der wissenschaftlichen Begleitung bildet der sogenannte Design-Based-Research-Ansatz. Dabei handelt es sich um eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis, bei der das Ziel verfolgt wird, einen Sprachförderansatz gemeinsam zu entwickeln und mehrfach zu erproben und zu evaluieren. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus den Evaluationen werden fortlaufend gemeinsam reflektiert und diskutiert. Auf diese Weise können die wissenschaftliche und praktische Perspektive miteinander verschränkt werden, um die inhaltliche und strukturelle Ausgestaltung des Konzeptes schrittweise immer besser der angestrebten Zielsetzung anzupassen. Diese Art der langfristigen Zusammenarbeit kann zu konkreten Verbesserungen in der pädagogischen Praxis führen und gleichzeitig das theoretische Verständnis über Prinzipien des Lehrens und Lernens erweitern.

Potenziale wissenschaftlicher Begleitung

Insgesamt wurden in den wissenschaftlichen Begleitprojekten im Rahmen von BiSS neue Strukturen, Prozesse und Erkenntnisse geschaffen, die erhebliche Potenziale für die weitere Verbesserung der sprachlichen Bildung enthalten. Diese Potenziale liegen vor allem in der thematischen und methodischen Vielfalt, der Breite und der Vernetzung der vorhandenen Strukturen, Prozesse und Daten, die nicht nur neue Erkenntnisse erwarten lassen, sondern auch wirkungsvolle Möglichkeiten des Transfers und der Implementation in der Fläche bieten.