Was bedeutet „(Förder)-Tools“ im Rahmen alltagsintegrierter sprachlicher Bildung?

Tools zur gezielten alltagsintegrierten Sprachbildung und zur Unterstützung der Sprachentwicklung von Kindern unter 3 Jahren finden sich in den Modulen E1 und E2 des Elementarbereichs.

Obwohl die alltagsintegrierte sprachliche Bildung ein sehr umfassendes Konzept ist, das sich auf eine Verbesserung der sprachlichen Anregungsqualität in allen Situationen des Alltags bezieht, ist es für seine Umsetzung hilfreich, auf die Beschreibung spezifischer Ansätze und Vorgehensweisen zurück greifen zu können. Vor diesem Hintergrund lassen sich auch in den Modulen zur alltagsintegrierten sprachlichen Bildung –ebenso wie in den anderen Modulen– Professionalisierungs-, Förder- und Diagnose-Tools unterscheiden.

Tools, die der Professionalisierung dienen, sind z.B. Weiterbildungsmaßnahmen, die pädagogische Fachkräfte darin unterstützen, ihren eigenen sprachlichen Input zu reflektieren und ihr Repertoire an empirisch bewährten Sprachförderstrategien zu erweitern. Dazu gehört es auch, Situationen im Alltag zu erkennen, die für die sprachliche Bildung genutzt werden können und aktiv solche Situationen herzustellen.

Förder-Tools der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung beschreiben konkrete empirisch bewährte Sprachförderstrategien, die dazu dienen, möglichst häufig möglichst lang anhaltende, qualitativ hochwertige Gespräche mit den Kindern zu führen. Wie in der BiSS-Expertise (S. 30/31, verfügbar unter www.biss-sprachbildung.de/pdf/biss-website-biss-expertise.pdf) dargestellt, ist ein solcher qualitativ hochwertiger sprachlicher Input dann gegeben, wenn die pädagogische Fachkraft Fragen stellt, die Beschreibungen, Erklärungen und problemlösende Denkprozesse herausfordern, wenn sie den Kindern Möglichkeiten bietet, Vorwissen und Vorerfahrungen auf neue Situationen anzuwenden, wenn sie das Lernen in reale, für die Kinder bedeutsame Situationen einbettet und wenn sie immer wieder Rückmeldungen gibt, die das Lernen und den Spracherwerb vorantreiben. Diese Sprachförderstrategien sind für alle Kinder geeignet. Explizit bewährt hat sich der Einsatz folgender spezifischer Sprachförderstrategien: Handlungsbegleitendes Sprechen – offene Fragen – Wiederholung und Umformung – thematische und sprachliche Erweiterung (Extension, Expansion) – Rückmeldung (Ermutigung und Bestätigung) – Abstandsfragen (Dekontextualisierung) – korrektives Feedback. Es gibt beispielsweise DVDs, die einige dieser Vorgehensweise explizit aufgreifen und als Tool beschrieben werden können.

Diagnose-Tools dienen im Rahmen alltagsintegrierter sprachlicher Bildung vor allem der qualifizierten Beobachtung, Begleitung und Dokumentation der sprachlichen Entwicklung der Kinder in verschiedenen Bereichen wie Wortschatz, Grammatik, Kommunikation aber auch Freude und Interesse an Sprache und Schriftsprache. Hier sind beispielsweise Beobachtungsbögen, Analysebogen zur Grammatik aber auch Lerntagebücher oder die Sammlung schriftlicher Produkte, die die Kinder in Spielsituationen angefertigt haben (Portfolio) zu nennen.