In den Kursen und Lerneinheiten auf der BiSS-Fortbildungsplattform begleiten teilnehmende Lehrkräfte Avatare – wie Hasan und Luna – in ihrer Schule und erhalten so anhand von praxisnahen Beispielen viele Informationen, beispielsweise zum Thema Mehrsprachigkeit. Bild: Mercator-Institut

Zehn übergeordnete Kurse und mehr als 200 Lerneinheiten stehen auf der BiSS-Fortbildungsplattform bereit. Rund 40.000 Personen, vor allem Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, haben sich über die Blended-Learning-Fortbildungen von BiSS fortgebildet. Ein Angebot ist der Baustein „Mehrsprachigkeit in der Schule“. Hier bekommen Lehrkräfte konkrete Werkzeuge an die Hand, um Mehrsprachigkeit im Unterricht zu fördern und eine mehrsprachigkeitssensible Schulentwicklung zu stärken.

Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte in Schulen und Kitas mit Fortbildungen zu unterstützen, ist eine wichtige Aufgabe der Leitstelle „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS). Viele verschiedene Kurse und Lerneinheiten zur sprachlichen Bildung stehen dazu auf einer Fortbildungsplattform zur Verfügung. Sie vermitteln praxisnahe und sofort anwendbare Tipps und Methoden für angehende und praktizierende Fach- und Lehrkräfte – so etwa auch der Baustein „Mehrsprachigkeit in der Schule“.

Mehrsprachigkeit als schulische Normalität

Mehrsprachigkeit stellt sowohl im außerschulischen als auch im schulischen Alltag vielerorts den Regelfall dar. Beziehen Lehrkräfte diese sprachliche Vielfalt in ihren Unterricht mit ein, können sie viel bewirken. Denn sie nehmen Kinder in ihrer gesamtsprachlichen Identität wahr, zeigen ihnen, dass sie ihre Mehrsprachigkeit wertschätzen und können zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen sowie monolinguale und diskriminierende Strukturen aufbrechen. Das entsprechende Fortbildungsangebot will Lehrkräfte hierbei unterstützen.

Die Blended-Learning-Fortbildungen von BiSS

Bei den Blended-Learning-Fortbildungen von BiSS handelt es sich um ein Fortbildungsangebot, insbesondere für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, zu vielseitigen Themen rund um die sprachliche Bildung. Die BiSS-Fortbildungen kombinieren E-Learning auf der digitalen Plattform www.biss-fortbildung.de mit Präsenzveranstaltungen.

 

Der Vorteil für die Teilnehmenden liegt in der großen zeitlichen und räumlichen Flexibilität. Interessierte können ganze Kurse besuchen oder auch einzelne Einheiten und Bausteine belegen. Die Teilnehmenden werden fachkundig begleitet und können sich mit anderen Lehr- und Fachkräften aus Schulen und Kitas austauschen und vernetzen.

 

Weitere Informationen zum BiSS-Blended-Learning

Für Lehrkräfte aller Schulstufen

Der Baustein „Mehrsprachigkeit in der Schule“ richtet sich an Lehrkräfte aller Schulstufen und kann sowohl einzeln als auch im Rahmen kompletter Kurse absolviert werden. Der Baustein führt in das Thema ein, behandelt die Grundlagen des mehrsprachigen Spracherwerbs und räumt mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse mit Mythen auf. Die Teilnehmenden lernen, warum es wichtig ist, Mehrsprachigkeit im Rahmen der Schule zu fördern und zu unterstützen, und wie sie dies mit ganz einfachen Mitteln bewerkstelligen können.

Dazu begleiten die Teilnehmenden die Avatare Hasan und Luna in ihrer Schule. Anhand von praktischen Beispielen erhalten Lehrkräfte so Einblicke in theoretische Grundlagen, den mehrsprachigen Spracherwerb und die mehrsprachige Kommunikation. Hasan und Luna erfahren zum Beispiel, dass Mehrsprachigkeit den Beginn von Alzheimer-Demenz um bis zu vier Jahre verzögern kann. Außerdem erfahren sie, dass eine Person mehrere Erst- oder Zweitsprachen haben kann und dass die Unterscheidung mit dem Zeitpunkt des Erwerbsbeginns der Sprache(n) zusammenhängt. Das wird deutlich, indem die Teilnehmenden sich die Sprachen in einer Klasse genauer ansehen.

Hasan und Luna unterhalten sich zu dem Thema Mythen der Mehrsprachigkeit, die sie aus ihrem Alltag in der Schule kennen. Bild: Mercator-Institut

Kurz darauf lernen die Teilnehmenden im Rahmen der Geschichte des Bausteins die AG Mehrsprachigkeit kennen, ein Zusammenschluss aus Lehrkräften der fiktiven Schule, die sich viel mit dem Thema Mehrsprachigkeit auseinandersetzt: Salim, Paloma, Nina, Hasan und Luna arbeiten nun gemeinsam, diskutieren und nehmen die an der Fortbildung mitwirkenden Lehrkräfte mit in ihre Austauschrunden.

Die AG Mehrsprachigkeit stellt sich vor. Bild: Mercator-Institut

Einblicke in Methoden, Material und digitale Tools zur Mehrsprachigkeit

Nicht nur der Unterricht selbst bietet Möglichkeiten, um die Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. Auch Methoden und Ideen für die Material- und Raumgestaltung sowie Kooperationsvorschläge werden vorgestellt und gemeinsam entwickelt.

So lernen die Teilnehmenden beispielsweise den Methodenpool des Mercator-Instituts kennen. Dieser hält nicht nur Anregungen für die mehrsprachige Unterrichtsgestaltung bereit, sondern auch Vorschläge für deren digitale Umsetzung.

Weiterhin erfahren Lehrkräfte praxisnah und kurzweilig, wie sie die Lernumgebung aktiv mehrsprachig gestalten können. Ein Beispiel ist, alle Sprachen der Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte sowie weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule sichtbar zu machen. Das kann etwa durch Plakate, Selbstporträts oder Beschriftungen im Schulgebäude geschehen. Wichtig ist hierbei, dass kein Bezug zu Nationalitäten hergestellt wird, sondern der Fokus bei den Sprachen bleibt.

Mehrsprachige Material- und Raumgestaltung, Bild: Mercator-Institut

Mehrsprachigkeit im Kollegium und im Schulentwicklungsprozess verankern

Oft stehen Lehrkräfte vor der Herausforderung, dass sie ihren Unterricht mehrsprachigkeitssensibel gestalten, sich damit aber im Schulgeschehen eher allein fühlen. Die AG Mehrsprachigkeit in der Geschichte der BiSS-Einheit steht vor einem ähnlichen Problem und möchte gerne einen Schulentwicklungsprozess anstoßen, um das Thema im System der Schule nachhaltig zu verankern.
Die Lernenden begleiten die AG durch diesen Prozess, erfahren wie dieser aussehen könnte und erhalten durch konkrete Beispiele und Erklärvideos erste Einblicke und Anregungen.

Hasan und Luna unterhalten sich zu dem Thema Mythen der Mehrsprachigkeit, die sie aus ihrem Alltag in der Schule kennen. Bild: Mercator-Institut

Das insbesondere der Anfang eines Schulentwicklungsprozesses schwer ist, erfährt auch die AG. Sie sind ziemlich ratlos und haben große Schwierigkeiten SMARTe Ziele für ihre Schule zu formulieren. Hierbei handelt es sich um Ziele, die spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und eindeutig terminiert sind. In dem Baustein „Mehrsprachigkeit in der Schule“ auf der passwortgeschützten BiSS-Fortbildungsplattform werden Lehrkräfte motiviert, bei der Entwicklung dieser Ziele aktiv zu unterstützen.

Da die Zielformulierung ein zentraler Bestandteil eines (mehrsprachigkeitssensiblen) Schulentwicklungsprozesses ist und zunächst Ideen dafür benötigt werden, bietet die letzte Einheit des Bausteins daher ein paar konkrete Anregungen: Die Avatare Hasan und Luna haben viel recherchiert und Projekte in Deutschland und aus der ganzen Welt zusammengetragen, die sich auf die ein oder andere Art und Weise mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Lehrkräfte können so einige wertvolle Impulse für eigene Zielformulierungen mitnehmen, die sie in ihrer Schule direkt anwenden können.

Die AG Mehrsprachigkeit schaut sich die Teilbereiche eines Schulentwicklungsprozesses einer fiktiven Schule an. Bild: Mercator-Institut
Schulen und ihre mehrsprachigen Konzepte. Bild: Mercator-Institut

Wie lange dauert das BiSS-Fortbildungsangebot zur Mehrsprachigkeit?

Um den gesamten Baustein zu bearbeiten, sollten Lehrkräfte oder weitere Interessierte fünf bis sechs Stunden Bearbeitungszeit einplanen. Das BiSS-Blended-Learning-Team empfiehlt, eine Einheit pro Woche zu bearbeiten und sich demnach im Rahmen eines Monats mit dem Baustein zu beschäftigen. Im Blended-Learning-Format vorgesehen sind zudem ein bis zwei synchrone Veranstaltungen, um die Inhalte zu besprechen und weiterführend mit anderen Teilnehmenden zu bearbeiten.

Fach- und Lehrkräfte können sich also in nur vier Wochen mit dem Thema Mehrsprachigkeit in der Schule sowie dem Thema mehrsprachigkeitssensible Schulentwicklung vertraut machen und viele Impulse mitnehmen, wie der Unterricht in mehrsprachigen Klassen effizient und wertschätzend gestaltet werden kann.

Das Foto zeigt Marlen Wendland, Content-Entwicklerin der Leitstelle BiSS. Bild: privat
Autorin
Marlen Wendland
Content-Entwicklerin der Leitstelle BiSS am Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
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