10 Erkenntnisse aus der Forschung: Für eine erfolgreiche Umsetzung sprachlicher Bildung in der Praxis

Posted on: Februar 23rd, 2026 by Denise Krell

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Wissenschaftsforums „BiSS jetzt“, zu dem die Initiative BiSS-Transfer Ende 2024 rund 45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen hatte. In drei Themenbereichen wurden zahlreiche zentrale Erkenntnisse aus Projekten und Programmen zusammengetragen, die für eine künftige wissenschaftliche Begleitung von Schulen gewinnbringend sein können:

  • zur Forschung in der Praxis
  • zur Gestaltung von Fortbildungen und
  • zu Gelingensbedingungen des Transfers in die Schul- und Unterrichtspraxis

Wir haben die Ergebnisse aus allen drei Bereichen gebündelt und die 10 wichtigsten übergreifenden Erkenntnisse für Sie zusammengestellt:

1. Forschung und Praxis verzahnen

Erfolgreiche Projekte entstehen dort, wo Wissenschaft und Schulpraxis eng zusammenarbeiten und voneinander lernen. Ein kontinuierlicher Austausch zwischen beiden Seiten sorgt für praxisnahe Forschung und anwendungsorientierte Ergebnisse. Gezielte Kooperationsvereinbarungen und eine persönliche Kontaktpflege können dabei hilfreich sein.

2. Alle Akteurinnen und Akteure einbinden und dadurch Motivation schaffen

Schulleitungen, Lehrkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und weitere Beteiligte sollten von Beginn an eingebunden werden, um Transfer und Nachhaltigkeit zu sichern. Außerdem bleiben alle Beteiligten motiviert, wenn Ziele und Nutzen der Maßnahmen klar sind und regelmäßige Rückmeldungen – beispielsweise über Forschungs- und Testergebnisse – erfolgen.

3. Organisation und Rahmenbedingungen von Forschung detailliert planen

Frühzeitige Datenschutzkonzepte, differenzierte Datenarten, mehrsprachige Einverständniserklärungen und eine realistische Kalkulation von Zeit, Personal und Kosten schaffen Erleichterung in der Durchführung. Beispielsweise sollten Forschende einen eventuellen Drop-out – also ein Abspringen mehrerer Teilnehmender – im Voraus mitdenken. Möglichkeiten sind etwa, von Anfang an mehr Teilnehmende zu akquirieren oder Mehr-Aufwand für eine eventuelle Nach-Akquirierung einzuplanen.

4. Forschung systematisch und vernetzt gestalten

Gemeinsame Skalen, ID-Systeme (zur Verknüpfung anonymisierter Daten) und projektübergreifende Austauschstrukturen ermöglichen Vergleichbarkeit, Synergien und kumulative Erkenntnisse.

5. Praxisnahe und zielorientierte Fortbildungen gestalten

Kombination aus Selbstlern- und Präsenzphasen, Reflexion und Austausch stellt sicher, dass Inhalte im Unterricht ankommen. Auch situiertes Lernen in Fortbildungen zu ermöglichen, kann von Vorteil sein. Möglichkeiten sind Videografie oder das Anknüpfen an Erfahrungen und Erprobungen in der Praxis.

6. Rollen und Zuständigkeiten klären

Von Beginn an klar definierte Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen Wissenschaft, Landesinstituten und Schulen erleichtern die Umsetzung und sichern Verbindlichkeit.

7. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren qualifizieren und begleiten

Kontinuierliche Begleitung, Austauschformate und Entlastung erhöhen die Wirksamkeit von Multiplikationssystemen in der Umsetzung. Da Hintergrund, Ressourcen und landesinterne Organisation mit Blick auf die Multiplizierenden meist unterschiedlich sind, kann es sinnvoll sein, Aufgabenbereiche zu schärfen. Mittels einer Abfrage von Vorkenntnissen können Forschende die Qualifizierung für Multiplizierende noch bedarfsorientierter aufsetzen.

8. Kollegiale Kooperation fördern

Tandems, Lernpartnerschaften und schulinterner Austausch unterstützen den Transfer, schaffen eine höhere Verbindlichkeit bei den Fortbildungsteilnehmenden und machen Erfolge sichtbar. Wichtige Voraussetzung für das Gelingen von Transferprojekten ist die Unterstützung der Maßnahmen durch die Schulleitung.

9. Lehrkräfte mit Ressourcen unterstützen

Für Fortbildungen, Erprobung, Reflexion und Austausch benötigen Lehrkräfte Zeit. Diese sollten Forschende im Vorfeld einplanen, um Fortbildungswissen nachhaltig im Unterricht zu verankern.

10. Nachhaltige Strukturen schaffen

Koordinationsstellen, digitale Portale und Netzwerke sichern langfristig, dass erfolgreiche Konzepte und Materialien in der Praxis weiterleben.

Das Foto zeigt unsere Mitarbeiterin Denise Krell.
Autorin
Denise Krell
Kommunikationsmanagerin der Leitstelle BiSS am Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Das Foto zeigt unsere Mitarbeiterin Antonia Schmidt.
Autorin
Antonia Schmidt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Leitstelle BiSS am Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
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