Das Bild zeigt zwei Kinder beim Lesen. Bild: Mercator-Institut/H. Witte
Bild: Mercator-Institut/H. Witte

Lesen ist eine Schlüsselkompetenz: Basiskompetenzen und Chancengerechtigkeit stärken mit BiSS

ico_calendar Created with Sketch. 10.09.2026

Wenn Basiskompetenzen fehlen, braucht es gezielte und wirksame Sprachbildung. PISA 2025 zeigt Handlungsbedarf bei grundlegenden Kompetenzen wie dem Lesen. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig eine kontinuierliche sprachliche Bildung gerade für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche in Kita und Schule ist. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte brauchen dafür praxistaugliche und wirksame Konzepte sowie die Möglichkeit, diese gemeinsam weiterzuentwickeln. Bund und Länder haben das in eine aktuelle Roadmap für bessere Bildung eingebaut.

Die Initiative BiSS-Transfer bietet konkrete Unterstützung: Mit wissenschaftlich fundierten Fortbildungen, erprobten Materialien und Konzepten, einem Überblick über Diagnostik- und Fördertools und regelmäßigen Austauschformaten unterstützt BiSS die schulische und pädagogische Praxis dabei, sprachbildende Ansätze in ihrem Alltag umzusetzen.

PISA 2025: Von der Erkenntnis in die Praxis

Für die Lesekompetenzen stellt PISA erneut die Handlungsbedarfe heraus. Jeder dritte Jugendliche in Deutschland im Alter von 15 Jahren erreicht beim Lesen und im Fach Mathematik das Mindestniveau nicht. Der Zusammenhang ist bedeutsam, denn Lesen ist eine grundlegende Voraussetzung für das weitere Lernen – nicht nur im Fach Deutsch, sondern auch in den anderen Unterrichtsfächern.

„Scheitern Schülerinnen und Schüler in Mathematik bereits am Lesen und Verstehen einer Textaufgabe, können sie diese auch nicht lösen. Flüssig und sinnverstehend lesen zu können, sind Basiskompetenzen und zentrale Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Jugendliche in Mathematik, Naturwissenschaften und anderen Fächern erfolgreich sein können“, betont Prof. Dr. Hans-Joachim Roth, Verantwortlicher der Leitstelle BiSS-Transfer und Direktor des Mercator-Instituts für Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung in Köln. „Das heißt: Wir müssen Sprachbildung als wichtige Querschnittsaufgabe verstehen, die essenziell für ein erfolgreiches Vorankommen in unserem Bildungssystem und für eine gesellschaftliche Teilhabe ist. Sprachliche Bildung ist eine langfristige gesellschaftliche Aufgabe und lässt sich nicht in kurzfristig angelegten Maßnahmen erledigen. Es braucht eine Gesamtstrategie, wie sie sich in langfristig angelegten Programmen wie der Initiative BiSS und dem Startchancen-Programm wiederfindet.“

„Mit BiSS ist es uns gelungen, wissenschaftlich fundierte Maßnahmen zur sprachlichen Bildung in den pädagogischen Alltag von mittlerweile mehr als 4.200 Schulen und Kitas zu integrieren“, erklärt Projektkoordinatorin der Leitstelle BiSS-Transfer Andrea Becker. „Über 40.000 Personen – vor allem Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte – in ganz Deutschland haben sich über das BiSS-Fortbildungsangebot im Bereich der sprachlichen Bildung weiterqualifiziert. Diese Errungenschaften wollen wir mit der Leitstelle BiSS-Transfer weiter bereitstellen, ausbauen und einem noch größeren Kreis von Schulen und Kitas zur Verfügung stellen. Dabei arbeiten wir eng mit dem Kompetenzzentrum Sprachbildung des CHANCEN-Verbunds zusammen, um alle Angebote auch für die Nutzung im Startchancen-Programm zur Verfügung zu stellen.“

BiSS-Angebote für Schulen und Kitas

  • Fortbilden: Mehr als 200 digitale Lerneinheiten stehen im Rahmen von Blended-Learning-Kursen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte in Kitas deutschlandweit zur Verfügung – von der Leseförderung über die Schreibförderung bis zum sprachsensiblen Fachunterricht.
  • Diagnostizieren und fördern: Die BiSS-Tool-Datenbank bietet einen Online-Überblick über rund 130 wissenschaftlich geprüfte Diagnostik- und Förderinstrumente, die mit einem Qualitätscheck versehen sind.
  • Nachlesen und umsetzen: Handreichungen, Broschüren und weitere Publikationen vermitteln wissenschaftlich fundierte Konzepte konkret für den pädagogischen Alltag in Schule und Kita.
  • Austauschen und vernetzen: In Online-Veranstaltungen wie dem monatlich stattfindenden BiSS-Café und den BiSS-Community-Workshops können sich Fachkräfte über Methoden, Tools und Erfahrungen austauschen und Expertenwissen mitnehmen.
  • Einblicke erhalten: Das BiSS Magazin gibt vertiefende Einblicke in aktuelle Themen mit Interviews, Praxisbeispielen, Studien und wissenschaftlichen Einordnungen. Lesen Sie beispielsweise einen Praxis-Beitrag zur Stärkung von Lesekompetenzen. Im Interview spricht Dr. Mareike Ehlert, die sich seit vielen Jahren mit systematischer Leseförderung befasst, konkrete Methoden und Ansätze, um die Leseflüssigkeit und das Leseverständnis in Grundschule und Sekundarstufe zu fördern.
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