Systematische Schreibförderung in der Grundschule (Schreib-BiSS)

Schreiben gehört zu unserem Alltag und ist eine grundlegende Fertigkeit für die persönliche und schulische Entwicklung. Dennoch handelt es sich um einen herausfordernden Prozess, für den verschiedene ineinandergreifende Teilfertigkeiten benötigt werden. So ist es für viele Schülerinnen und Schüler schwierig, längere zusammenhängende Texte flüssig zu schreiben. Hier setzt die Studie zur systematischen Förderung der Schreibflüssigkeit und der Anwendung von Schreibstrategien an.

Schreib-BiSS – kurz vorgestellt

In diesem Video werden die Inhalte und Ziele des Projektes kurz vorgestellt: Untersucht werden die Wirksamkeit eines Schreibflüssigkeits- und eines Schreibstrategie-Trainings sowie einer Blended-Learning-Fortbildung für Lehrkräfte. Außerdem wird erfasst, welche fortbildungsbezogenen Aspekte und schulischen Bedingungen zur Wirksamkeit der Trainings beitragen.

Video: Trägerkonsortium BiSS-Transfer

Was sind die Ziele der Studie?

Umsetzung des Schreibförderprogramms „Schreiben mit BiSS“

Das erste Ziel des Vorhabens ist es, ein Programm zur systematischen Schreibförderung für den Unterricht ab der dritten Klasse zur Verfügung zu stellen. Dieses Programm umfasst ein Training der Schreibflüssigkeit und ein darauf aufbauendes Training zur Anwendung von Schreibstrategien. Das Konzept basiert auf Fördermaßnahmen, die sich als nachweislich wirksam erwiesen haben.

Untersuchung der Gelingensbedingungen

Zweites Ziel ist es, zu untersuchen, welche Bedingungen beim Einsatz und der Verstetigung der Schreibförderung besonders förderlich sind. Dies liefert uns wichtige Erkenntnisse darüber, wie Trainingskonzepte in die schulische Praxis übertragen werden können.

Evaluation der Wirksamkeit der Schreibförderung

Ein weiteres Ziel ist es, zu untersuchen, in welchem Maße sich die Schreibkompetenzen der Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen verbessern und als wie wirksam das Programm von Lehrkräften eingeschätzt wird.

Wie läuft die Studie ab?

Für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

  • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren nehmen an einer Qualifizierungsmaßnahme in Form einer Blended-Learning-Fortbildung teil. Diese beinhaltet die Bearbeitung von 15 Selbstlerneinheiten (neun Einheiten aus dem Blended-Learning-Kurs Systematische Schreibförderung und sechs Einheiten aus dem Kurs Differenzierte und diagnosebasierte Leseförderung am Beispiel des Lese-Sportler-Programms und drei Portfolioaufgaben sowie die Teilnahme an drei Präsenzterminen (ggf. digital per Videokonferenz). Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat als BiSS-Multiplikatorin bzw. BiSS-Multiplikator bescheinigt; darüber hinaus erfolgt eine Einbindung in ein Netzwerk von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
  • Anschließend erfolgt die Blended-Learning-Fortbildung der Lehrkräfte. Im Rahmen dessen führen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren drei Präsenzveranstaltungen (ggf. digital) mit den Lehrkräften durch und unterstützen diese beim Durchlaufen der Selbstlerneinheiten.
  • Darüber hinaus unterstützen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Lehrkräfte bei der Umsetzung der Schreibförderung, indem sie diese beraten und den regelmäßigen Austausch suchen.
  • Die Schreibförderung wird zu einem späteren Zeitpunkt auch in einer Vergleichsgruppe durchgeführt. Die Lehrkräfte der Vergleichsgruppe werden ebenfalls durch den Blended-Learning-Kurs qualifiziert und von einzelnen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren während der Qualifizierung und der Durchführung der Schreibförderung begleitet.
  • Während des gesamten Zeitraums werden die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wissenschaftlich begleitet und nehmen außerdem an drei Befragungen teil.

Für Lehrkräfte und ihre Klassen

  • Die Lehrkräfte nehmen an dem Blended-Learning-Kurs „Systematische Schreibförderung“ teil. Darin bearbeiten sie eigenständig neun Selbstlerneinheiten und nehmen an drei Präsenztreffen teil (ggf. digital per Videokonferenz). Die Fortbildung wird von speziell geschulten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren begleitet. Auch besteht für Lehrkräfte die Möglichkeit, sich als BiSS-Fortbildnerin bzw. BiSS-Fortbildner zu zertifizieren.
  • Anschließend setzen die Lehrkräfte die Trainingsmaterialien in ihrem Unterricht ein. Die insgesamt 35 Trainingseinheiten verteilen sich auf 14 Wochen. Das Schreibflüssigkeitstraining (21 Trainingseinheiten) wird dreimal wöchentlich 15 Minuten über einen Zeitraum von sieben Wochen durchgeführt, das Schreibstrategietraining (12 Trainingseinheiten) zweimal wöchentlich jeweils 45 Minuten über einen Zeitraum von sechs Wochen. In der letzten Woche finden zwei Trainingseinheiten mit einer Dauer von 30 und 45 Minuten statt. Sämtliche Trainingsmaterialien stehen auch nach Abschluss der Studie weiterhin digital zur Verfügung.
  • Die Lehrkräfte werden während der Durchführung des Trainings von den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren beraten und können sich im Rahmen von Austauschformaten mit anderen beteiligten Lehrkräften austauschen.
  • Während des gesamten Zeitraums nehmen Lehrkräfte an fünf Befragungen teil.
  • Bei einer kleineren Stichprobe von Schülerinnen und Schülern findet vor und nach der Implementation insgesamt dreimal eine Evaluation schriftsprachlicher Kompetenzen durch das Forschungsteam statt, die jeweils ca. zwei bis drei Schulstunden in Anspruch nimmt. Auf Basis der Kompetenzerhebungen gibt es Rückmeldungen zu den schriftsprachlichen Fähigkeiten teilnehmender Schülerinnen und Schüler.
  • Lehrkräfte der Vergleichsgruppe erhalten ebenfalls eine Qualifizierung zu späterem Zeitpunkt und führen die Schreibförderung im Anschluss mit ihrer vierten Klasse durch. Vorab nehmen sie an Befragungen teil.

Wer kann teilnehmen?

Alle interessierten Deutschlehrkräfte aus den Ländern Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die im Schuljahr 2022/23 in der dritten Jahrgangsstufe unterrichten, können mit ihren Klassen teilnehmen. Dabei sollten pro Schule jeweils mindestens zwei Lehrkräfte teilnehmen.

Zeitlicher Ablauf der Studie

Lehrkräfte und Schulen aus den Ländern Berlin, Bremen, Hessen und Rheinland-Pfalz können sich noch zu dieser Durchgangswelle anmelden.

  • Qualifizierung der Multiplizierenden: Februar bis Juni 2022
  • Gruppe 1 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: September 2022 bis Januar 2023
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im zweiten Schulhalbjahr 2022/2023
    • Befragung der Lehrkräfte: 5-6 Erhebungen zwischen September 2022 und Oktober 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen Februar und Oktober 2023
  • Gruppe 2 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: Oktober 2023 bis Februar 2024
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im zweiten Schulhalbjahr 2023/2024
    • Befragung der Lehrkräfte: 3 Erhebungen zwischen September 2022 und Oktober 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen Februar und Oktober 2023

Die 1. Durchgangswelle des Projekts ist bereits gestartet. Schulen können sich für diese Durchgangswelle nicht mehr anmelden.

  • Qualifizierung der Multiplizierenden: September 2021 bis Januar 2022
  • Gruppe 1 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: Februar 2022 bis Juni 2022
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im ersten Schulhalbjahr 2022/2023
    • Befragung der Lehrkräfte: 5-6 Erhebungen zwischen Februar 2022 und Juni 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen September 2022 und Juli 2023
  • Gruppe 2 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: Oktober 2023 bis Februar 2024
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im zweiten Schulhalbjahr 2023/2024
    • Befragung der Lehrkräfte: 3 Erhebungen zwischen Februar 2022 und Juni 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen September 2022 und Juli 2023

Beteiligte Forschungsinstitute

  • Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
  • DIPF|Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

Ansprechpartnerinnen

Dr. Ruth Görgen-Rein, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Telefon: (0221) 470-2022
E-Mail:

Michaela Mörs, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Telefon: (0221) 470-2021
E-Mail:

Dr. Seda Yılmaz Wörfel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Telefon: (0221) 470-1141
E-Mail: