Das Bild zeigt eine Szene aus dem Schulalltag. Zwei Schüler*innen bearbeiten Schulaufgaben.
Bild: A. Etges/Trägerkonsortium BiSS-Transfer

Systematische Schreibförderung in der Grundschule (Schreib-BiSS)

Schreiben gehört zu unserem Alltag und ist eine grundlegende Fertigkeit für die persönliche und schulische Entwicklung. Dennoch handelt es sich um einen herausfordernden Prozess, für den verschiedene ineinandergreifende Teilfertigkeiten benötigt werden. So ist es für viele Schülerinnen und Schüler schwierig, längere zusammenhängende Texte flüssig zu schreiben. Hier setzt die Studie zur systematischen Förderung der Schreibflüssigkeit und der Anwendung von Schreibstrategien an.

Ergebnisbericht zum Projekt „Schreib-BiSS“ im Rahmen des Forschungsnetzwerks BiSS-Transfer:

(Auszug aus der BiSS-Transfer-Abschlusspublikation, 2024)

 

Sie können den Beitrag zu „Schreib-BiSS“ auch auch hier downloaden.

Alle Ergebnisse aus den Forschungsnetzwerken von BiSS-Transfer finden Sie in unserer Abschlusspublikation BiSS-Transfer: Potenziale sichern. Arbeitsergebnisse, Länderperspektiven und Impulse (2024).

Präsentationen im Rahmen des Projekts „Schreib-BiSS“:

Die Studie und ihre Ergebnisse wurden im Rahmen verschiedener Konferenzen präsentiert und diskutiert.

Im Februar 2024 wurden die Zwischenergebnisse im Rahmen einer Postersession auf der Jahrestagung des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache in Köln präsentiert. Zusätzlich wurde das Projekt im März 2024 im Rahmen des Symposiums „Wie kann der Transfer sprachbildender Maßnahmen und Konzepte gelingen?“ auf der GEBF-Tagung in Potsdam vorgestellt. Im Sommer 2024 folgte dann ein Vortrag auf der SIG-Writing-Konferenz in Paris, um weitere Ergebnisse und Erkenntnisse zu diskutieren und Impulse für die weitere Arbeit zu gewinnen. Zusätzlich wurde ein Workshop für Lehrkräfte auf dem Fachtag der BiSS-Akademie NRW am 9. Oktober 2024 durchgeführt, bei dem der Blended-Learning-Kurs sowie die beiden Schreibtrainings vorgestellt wurden.

Verwendung und Weiterentwicklung der Materialien in anderen Projekten

Die Blended-Learning-Einheiten, die im Projekt „Schreib-BiSS“ entwickelt wurden, wurden auch im Rahmen von SchuMaS (Schule macht stark) eingesetzt und werden über das FKOM Sprachbildung im CHANCENVERBUND zukünftig auch für das Startchancen-Programm bereitgestellt. Darüber hinaus wurde das im Projekt entwickelte Strategietraining im Rahmen von SchuMaS und dem Startchancen-Programms überarbeitet und ist bereits in einer überarbeiteten Fassung als Download und Printversion erhältlich. Weitere Informationen zum Förderkonzept „Texte meistern“ finden Sie hier.

„Schreib-BiSS“ – kurz vorgestellt

In diesem Video werden die Inhalte und Ziele des Projektes kurz vorgestellt: Untersucht wurden die Wirksamkeit eines Schreibflüssigkeits- und eines Schreibstrategie-Trainings sowie einer Blended-Learning-Fortbildung für Lehrkräfte. Außerdem wurde erfasst, welche fortbildungsbezogenen Aspekte und schulischen Bedingungen zur Wirksamkeit der Trainings beitragen.

Video: Trägerkonsortium BiSS-Transfer

Was waren die Ziele der Studie?

Umsetzung eines Programms zur systematischen Schreibförderung

Das erste Ziel des Vorhabens war es, ein Programm zur systematischen Schreibförderung für den Unterricht ab der dritten Klasse zur Verfügung zu stellen. Dieses Programm umfasst ein Training der Schreibflüssigkeit und ein darauf aufbauendes Training zur Anwendung von Schreibstrategien. Das Konzept basiert auf Fördermaßnahmen, die sich als nachweislich wirksam erwiesen haben.

Untersuchung der Gelingensbedingungen

Zweites Ziel war es, zu untersuchen, welche Bedingungen beim Einsatz und der Verstetigung der Schreibförderung besonders förderlich sind. Dies lieferte uns wichtige Erkenntnisse darüber, wie Trainingskonzepte in die schulische Praxis übertragen werden können.

Evaluation der Wirksamkeit der Schreibförderung

Ein weiteres Ziel war es, zu untersuchen, in welchem Maße sich die Schreibkompetenzen der Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen verbessern und als wie wirksam das Programm von Lehrkräften eingeschätzt wird.

Wie lief die Studie ab?

Für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

  • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren nahmen an einer Qualifizierungsmaßnahme im Blended-Learning-Format teil. Diese beinhaltet die Bearbeitung von 15 Selbstlerneinheiten (neun Einheiten aus dem Blended-Learning-Kurs Systematische Schreibförderung und sechs Einheiten aus dem Kurs Differenzierte und diagnosebasierte Leseförderung am Beispiel des Lese-Sportler-Programms) und drei Portfolioaufgaben sowie die Teilnahme an drei Präsenzterminen (digital per Videokonferenz). Die erfolgreiche Teilnahme wurde mit einem Zertifikat als BiSS-Multiplikatorin bzw. BiSS-Multiplikator bescheinigt; darüber hinaus erfolgte eine Einbindung in das Netzwerk von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
  • Anschließend erfolgte die Blended-Learning-Fortbildung der teilnehmenden Lehrkräfte. Im Rahmen derer führten die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren drei Präsenzveranstaltungen (ggf. digital) mit den Lehrkräften durch und unterstützten diese beim Durchlaufen der Selbstlerneinheiten.
  • Darüber hinaus unterstützten die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Lehrkräfte bei der Umsetzung der Schreibförderung, indem sie diese berieten und den regelmäßigen Austausch suchten.
  • Die Schreibförderung wurde zu einem späteren Zeitpunkt auch in einer Vergleichsgruppe durchgeführt. Die Lehrkräfte der Vergleichsgruppe wurden ebenfalls von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Bundesländern im Blended-Learning-Format fortgebildet und während der Durchführung der Schreibförderung begleitet.
  • Während des gesamten Zeitraums wurden die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wissenschaftlich begleitet und nahmen außerdem an drei Befragungen teil.

Für Lehrkräfte und ihre Klassen

  • Die Lehrkräfte nahmen an dem Blended-Learning-Kurs „Systematische Schreibförderung“ teil. Darin bearbeiteten sie eigenständig neun Selbstlerneinheiten und nahmen an drei Präsenztreffen teil (ggf. digital per Videokonferenz). Die Fortbildung wurde von den o.g. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durchgeführt. Auch bestand für Lehrkräfte die Möglichkeit, sich als BiSS-Fortbildnerin bzw. BiSS-Fortbildner zu zertifizieren.
  • Anschließend setzten die Lehrkräfte die Trainingsmaterialien in ihrem Unterricht ein: Die insgesamt 35 Trainingseinheiten verteilen sich auf 14 Wochen. Das Schreibflüssigkeitstraining (21 Trainingseinheiten) wird dreimal wöchentlich 15 Minuten über einen Zeitraum von sieben Wochen durchgeführt, das Schreibstrategietraining (12 Trainingseinheiten) zweimal wöchentlich jeweils 45 Minuten über einen Zeitraum von sechs Wochen. In der letzten Woche finden zwei Trainingseinheiten mit einer Dauer von 30 und 45 Minuten statt. Sämtliche Trainingsmaterialien stehen auch nach Abschluss der Studie weiterhin digital zur Verfügung.
  • Die Lehrkräfte wurden während der Durchführung des Trainings von den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren beraten und konnten sich im Rahmen von Austauschformaten mit anderen beteiligten Lehrkräften austauschen.
  • Während des gesamten Zeitraums nahmen die Lehrkräfte an fünf Befragungen teil.
  • Bei einer kleineren Stichprobe von Schülerinnen und Schülern fand vor und nach der Implementation insgesamt dreimal eine Evaluation schriftsprachlicher Kompetenzen durch das Forschungsteam statt, die jeweils ca. zwei bis drei Schulstunden in Anspruch nahm. Auf Basis der Kompetenzerhebungen gab es Rückmeldungen zu den schriftsprachlichen Fähigkeiten teilnehmender Schülerinnen und Schüler.
  • Lehrkräfte der Vergleichsgruppe erhielten zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls eine Fortbildung und führten die Schreibförderung im Anschluss mit ihren vierten Klassen durch. Vorab nahmen sie an drei Befragungen teil.

Zeitlicher Ablauf der Studie

  • Qualifizierung der Multiplizierenden: Februar bis Juni 2022
  • Gruppe 1 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: September 2022 bis Januar 2023
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im zweiten Schulhalbjahr 2022/2023
    • Befragung der Lehrkräfte: 5-6 Erhebungen zwischen September 2022 und Oktober 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen Februar und Oktober 2023
  • Gruppe 2 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: Oktober 2023 bis Februar 2024
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im zweiten Schulhalbjahr 2023/2024
    • Befragung der Lehrkräfte: 3 Erhebungen zwischen September 2022 und Oktober 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen Februar und Oktober 2023
  • Qualifizierung der Multiplizierenden: September 2021 bis Januar 2022
  • Gruppe 1 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: Februar 2022 bis Juni 2022
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im ersten Schulhalbjahr 2022/2023
    • Befragung der Lehrkräfte: 5-6 Erhebungen zwischen Februar 2022 und Juni 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen September 2022 und Juli 2023
  • Gruppe 2 der Lehrkräfte:
    • Fortbildung: Oktober 2023 bis Februar 2024
    • Einsatz der Trainingsmaterialien im Unterricht: im zweiten Schulhalbjahr 2023/2024
    • Befragung der Lehrkräfte: 3 Erhebungen zwischen Februar 2022 und Juni 2023
    • Ggf. 3 Schülertestungen: zwischen September 2022 und Juli 2023

Beteiligte Bundesländer

  • Berlin
  • Hamburg
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz

Beteiligte Forschungsinstitute

  • Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
  • DIPF|Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

Projektteam

Michaela Mörs, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Universität zu Köln
E-Mail:

Dr. Ina Kaplan, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Universität zu Köln
E-Mail: ina.kaplan

Dr. Ruth Görgen-Rein, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Universität zu Köln
E-Mail: ruth.goergen-rein@uni-koeln.de

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