Systematische Schreibförderung in der Grundschule (Schreib-BiSS)

Schreiben gehört zu unserem Alltag und ist eine grundlegende Fertigkeit für die persönliche und schulische Entwicklung. Dennoch handelt es sich um einen herausfordernden Prozess, für den verschiedene ineinandergreifende Teilfertigkeiten benötigt werden. So ist es für viele Schülerinnen und Schüler schwierig, längere zusammenhängende Texte flüssig zu schreiben. Hier setzt die Studie zur systematischen Förderung der Schreibflüssigkeit und der Anwendung von Schreibstrategien an.

Was sind die Ziele der Studie?

Umsetzung der Schreibförderprogramms „Schreiben mit BiSS“

Das erste Ziel des Vorhabens ist es, ein Programm zur systematischen Schreibförderung für den Unterricht ab der dritten Klasse zur Verfügung zu stellen. Dieses Programm umfasst ein Training der Schreibflüssigkeit und ein darauf aufbauendes Training zur Anwendung von Schreibstrategien. Das Konzept basiert auf Fördermaßnahmen, die sich als nachweislich wirksam erwiesen haben.

Untersuchung der Gelingensbedingungen

Zweites Ziel ist es, zu untersuchen, welche Bedingungen beim Einsatz und der Verstetigung der Schreibförderung besonders förderlich sind. Dies liefert uns wichtige Erkenntnisse darüber, wie Trainingskonzepte in die schulische Praxis übertragen werden können.

Evaluation der Wirksamkeit der Schreibförderung

Ein weiteres Ziel ist es, zu untersuchen, in welchem Maße sich die Schreibkompetenzen der Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen verbessern und als wie wirksam die Schreibförderung von Lehrkräften eingeschätzt wird.

Wie läuft die Studie ab?

Für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

  • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren nehmen von September 2021 bis Februar 2022 an einer Qualifizierungsmaßnahme in Form einer Blended-Learning-Fortbildung teil. Diese beinhaltet die Bearbeitung von 15 Selbstlerneinheiten (neun Einheiten aus dem Blended-Learning-Kurs Systematische Schreibförderung und sechs Einheiten zu Grundlagen sprachlicher Bildung sowie zur Sprach- und Schriftsprachförderung) und drei Portfolioaufgaben sowie die Teilnahme an zwei bis drei Präsenzterminen (ggf. digital per Videokonferenz). Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat als BiSS-Multiplikatorin/-Multiplikator bescheinigt; darüber hinaus erfolgt eine Einbindung in ein Netzwerk von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
  • Von Februar bis Juli 2022 erfolgt die Blended-Learning-Fortbildung der Lehrkräfte. Im Rahmen dessen führen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mindestens drei Präsenzveranstaltungen (ggf. digital) mit den Lehrkräften durch und unterstützen diese beim Durchlaufen der Selbstlerneinheiten.
  • Darüber hinaus unterstützen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Lehrkräfte bei der Umsetzung der Schreibförderung ab September 2022, indem sie diese beraten und den regelmäßigen Austausch suchen.
  • Die Schreibförderung wird zu einem späteren Zeitpunkt auch in einer Vergleichsgruppe durchgeführt. Die Lehrkräfte der Vergleichsgruppe werden ab September 2023 ebenfalls durch den Blended-Learning-Kurs qualifiziert und von einzelnen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren während der Qualifizierung und der Durchführung der Schreibförderung begleitet.
  • Während des gesamten Zeitraums werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wissenschaftlich begleitet und nehmen außerdem an drei Befragungen teil.

Für Lehrkräfte und ihre Klassen

  • Die Lehrkräfte nehmen von Februar bis Juli 2022 an dem Blended-Learning-Kurs „Systematische Schreibförderung“ teil. Darin bearbeiten sie eigenständig neun Selbstlerneinheiten und nehmen an mindestens drei Präsenztreffen teil (ggf. digital per Videokonferenz). Die Fortbildung wird von speziell geschulten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren begleitet. Auch besteht für Lehrkräfte die Möglichkeit, sich als BiSS-Fortbildnerin oder BiSS-Fortbildner zu zertifizieren.
  • Anschließend setzen die Lehrkräfte die Trainingsmaterialien im ersten Halbjahr des Schuljahres 2022/23 in ihrem Unterricht in der dritten Klasse ein (Schreibflüssigkeit: 18 Trainingseinheiten à 15 Minuten; Schreibstrategien: 10 Trainingseinheiten à 45 Minuten). Sämtliche Trainingsmaterialien stehen auch nach Abschluss der Studie weiterhin digital zur Verfügung.
  • Die Lehrkräfte werden während der Durchführung des Trainings von den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren beraten und können sich im Rahmen von Austauschformaten mit anderen beteiligten Lehrkräften austauschen.
  • Während des gesamten Zeitraums nehmen Lehrkräfte an fünf Befragungen teil.
  • Bei einer kleineren Stichprobe von Schülerinnen und Schülern findet vor und nach der Implementation insgesamt dreimal eine Evaluation schriftsprachlicher Kompetenzen durch das Forschungsteam statt, die jeweils ca. zwei bis drei Schulstunden in Anspruch nimmt. Auf Basis der Kompetenzerhebungen gibt es Rückmeldungen zu den schriftsprachlichen Fähigkeiten teilnehmender Schülerinnen und Schüler.
  • Lehrkräfte der Vergleichsgruppe nehmen ab September 2023 an der Qualifizierung teil und führen die Schreibförderung im zweiten Halbjahr des Schuljahrs 2023/24 mit ihrer vierten Klasse durch. Anfang 2022 und 2023 nehmen sie bereits an ersten Befragungen teil.

Beteiligte Forschungsinstitute

  • Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
  • DIPF|Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

Ansprechpartnerinnen

Ruth Görgen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Telefon: (0221) 470-2022
E-Mail:

Michaela Mörs, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Telefon: (0221) 470-2021
E-Mail:

Dr. Seda Yılmaz Wörfel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Telefon: (0221) 470-1141
E-Mail: