Nutzung von VERA-8 als Instrument zur Lehrkräftequalifizierung und Unterrichtsentwicklung im Lesen (VERA-BiSS)
VERA-BiSS unterstützte Lehrkräfte dabei, die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA (bzw. KERMIT, Lernstand, Zentrale Lernstandserhebungen, Kompetenztests) für die datengestützte Weiterentwicklung ihres Unterrichts zu nutzen. Der Fokus des Projekts lag auf der Förderung der Lesekompetenz im Deutschunterricht der Sekundarstufe I.
(Auszug aus der BiSS-Transfer-Abschlusspublikation, 2024)
Sie können den Beitrag zu VERA-BiSS auch auch hier downloaden.
Alle Ergebnisse aus den Forschungsnetzwerken von BiSS-Transfer finden Sie in unserer Abschlusspublikation BiSS-Transfer: Potenziale sichern. Arbeitsergebnisse, Länderperspektiven und Impulse (2024).
Erste Ergebnisse zeigten, dass die Akzeptanz der Fortbildungsinhalte bei den Teilnehmenden direkt nach Abschluss der Fortbildung relativ hoch war. Somit könnte man der VERA-BiSS-Fortbildung zunächst einmal ein beachtliches Potenzial für den Praxistransfer zusprechen. Allerdings schätzten die Lehrkräfte gleichzeitig die Machbarkeit der Fortbildungsinhalte relativ gering ein. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie die Fortbildung nicht als ausreichend betrachten, um das Gelernte ohne Weiteres – beispielsweise ohne eine Transferbegleitung durch die Fortbildenden – in der Praxis anwenden zu können. Insbesondere vermuteten viele der teilnehmenden Lehrkräfte, im Schulalltag über zu wenig Zeit zu verfügen, um die VERA-Ergebnisse systematisch für die Weiterentwicklung ihres Unterrichts nutzen zu können.
Darüber hinaus zeigte sich, dass die Akzeptanz und wahrgenommene Machbarkeit der Fortbildungsinhalte bei den Lehrkräften, die durch Projektmitarbeitende fortgebildet wurden, höher ausfielen als bei denen, die durch Multiplizierende fortgebildet wurden. Offenbar
gelang den Multiplizierenden die Ausgestaltung der Begleitveranstaltungen im Hinblick auf diese beiden transferrelevanten Merkmale weniger gut als den Projektmitarbeitenden. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Multiplizierenden aufgrund des engen
Zeitplans der Studie nach ihrer Qualifizierung keine Gelegenheit hatten, die Fortbildungsinhalte selbst in der Praxis zu erproben und deren Wirkungen zu erfahren.
Da eigene Erprobung und Wirksamkeitserleben wichtige Elemente erfolgreicher Qualifizierungsmaßnahmen sind (vgl. Lipowsky & Rzejak, 2019), sollten bei der Weiterentwicklung der Qualifizierung der Multiplizierenden entweder die Integration eigener Erprobungsphasen
oder Best-Practice-Beispiele berücksichtigt werden. Unabhängig davon, wer sie fortgebildet hat, schätzten die Lehrkräfte in den Experimentalgruppen ihr Wissen über die beiden zentralen Inhaltsbereiche der Fortbildung – VERA und Lesekompetenzdiagnostik und
-förderung – nach deren Ende signifikant höher ein als die Lehrkräfte in der Wartekontrollgruppe. Dieses Ergebnis stützt die Annahme, dass sich die Lehrkräfte relevantes Wissen in der Blended-Learning-Fortbildung primär selbstständig mithilfe der E-Learning-Einheiten
aneigneten (vgl. Mörs & Wendland, 2022) und weist auf die Qualität der E-Learning-Einheiten der VERA-BiSS-Fortbildung hin.
Längerfristige Wirkungen der VERA-BiSS-Fortbildung auf das professionelle Wissen und professionelle Überzeugungen werden noch sechs und zwölf Monate nach Fortbildungsende – also während und nachdem die Lehrkräfte in den Experimentalgruppen beim Praxistransfer begleitet wurden – erhoben und gemeinsam mit Daten zur Unterrichtsqualität und dem Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler analysiert. Diese Ergebnisse werden weitere Anhaltspunkte für die Wirksamkeit der VERA-BiSS-Fortbildung liefern.
Ergebnisse wurden in Vorträgen im Rahmen der Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF), dem Symposion Deutschdidaktik (SDD) und einer Tagung zur Professionsforschung und Lehrer:innenbildung der Sektion Schulpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (DGfE) in 2024 präsentiert. Außerdem wurden erste Ergebnisse in Handbuchbeiträgen publiziert.
Publikationsliste:
VERA-BiSS unterstützte Lehrkräfte dabei, die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA (bzw. KERMIT, Lernstand, Zentrale Lernstandserhebungen, Kompetenztests) für die datengestützte Weiterentwicklung ihres Unterrichts zu nutzen.
VERA-BiSS unterstützte Lehrkräfte dabei, einen differenzierenden Unterricht zu planen, in dem die Entwicklung der Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer individuellen Lernausgangslagen mit wirksamen Maßnahmen gefördert wird. Die VERA-Ergebnisse bilden hierfür die zentrale Basis.
Die Studie untersuchte die Wirksamkeit einer Blended-Learning-Fortbildung für Lehrkräfte mit anschließender Begleitphase zur Unterstützung des Transfers in die Praxis.
Die Fortbildung umfasst die drei Blöcke „VERA-Grundlagen“, „Lesekompetenz“ und „VERA-Nutzung“, die jeweils aus E-Learning-Einheiten und Online-Workshops bestehen. Unmittelbar im Anschluss an die Fortbildung wurden die Lehrkräfte ein Jahr lang in Form eines systematischen Coachings beim Transfer der Fortbildungsinhalte in die schulische Praxis begleitet (Begleitphase).
Die Blended-Learning-Fortbildung wurde im Jahr 2022 zunächst erprobt und aufgrund der Ergebnisse der Erprobung optimiert. Im September 2022 begann die Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Fortbildung der Lehrkräfte, die am Hauptdurchgang teilnahmen. Am Hauptdurchgang nahmen Lehrkräfte teil, die im Schuljahr 2022/23 eine 8. Klasse im Fach Deutsch unterrichteten und somit auch mit ihrer Klasse im Frühjahr 2023 an VERA teilnahmen.
Termine für die Blended-Learning-Fortbildung waren:
Die Datenerhebungen fand zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf Ebene der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, der teilnehmenden Lehrkräfte und ihrer Schülerinnen und Schüler statt. Es handelte sich hauptsächlich um Online-Befragungen.
Teilnehmen konnten Deutschlehrkräfte-Teams aller Schulformen im Sekundarbereich aus Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Lehrkräfte-Teams sollten dabei:
Dr.in Sofie Henschel und Prof.in Dr. Petra Stanat
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Prof. Dr. Jörg Jost
Institut für deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln
Dr.in Carola Schnitzler
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Telefon: (030) 2093.46535
E-Mail: carola.schnitzler@iqb.hu-berlin.de
Dr.in Daria Ferencik-Lehmkuhl
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur II (IDSL II), Universität zu Köln
E-Mail: daria.ferencik-lehmkuhl@uni-koeln.de
Charlotte Stehr
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur II (IDSL II), Universität zu Köln
E-Mail: c.stehr@uni-koeln.de
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