Anfang März fand in Köln die Bildungsmesse didacta für Lehrkräfte aller Bildungsbereiche statt. Auch ein BiSS-Netzwerk der BiSS-Akademie NRW war gemeinsam mit dem Mercator-Institut auf einer Aktivfläche des Schulministeriums NRW vertreten.
Petra Suthold, Grundschullehrkraft und Transferkoordinatorin des BiSS-Netzwerks „Leseförderung in mehrsprachigen Klassen“ der BiSS-Akademie NRW, leitete gemeinsam mit Dr. Ina-Maria-Maahs, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Mercator-Institut der Universität zu Köln, einen Kurzworkshop zur Förderung von Leseverstehen in mehrsprachigen Klassen.
Unter anderem stellten sie das Spiel „Ab durch den Leseparcours!“ vor – ein Brettspiel für Kinder, das zum Ziel hat, die eigenständige Anwendung von Lesestrategien in unterschiedlichen Sprachen zu fördern, die kooperative Gruppenarbeit zu stärken und die Lesemotivation zu erhöhen. „Ab durch den Leseparcours“ will Kinder dabei unterstützen, einen Lesetext zu verstehen, indem sie gemeinsam Lesestrategien spielerisch erarbeiten und unter Verwendung all ihrer sprachlichen Kompetenzen nutzen. Aufgabenkärtchen zu verschiedenen Lesestrategien des mehrsprachigen reziproken Lesens werden dazu in einer Kleingruppe systematisch nacheinander bearbeitet. Das Spiel enthält eine ausführliche Anleitung für Lehrkräfte und eine kurze Anleitung für Kinder. Es ist in die Netzwerkarbeit „Leseförderung in mehrsprachigen Klassen“ eingebettet.
didacta-Panel mit Beteiligung des Mercator-Instituts
Darüber hinaus diskutierte Dr. Ina-Maria Maahs vom Mercator-Institut mit beim didacta-Panel zum Thema „Ohne Sprache keine Teilhabe – Deutschförderung als gesellschaftliche Aufgabe“. In der Gesprächsrunde betonte sie, dass sprachliche Vielfalt heute zum Alltag in Schule, Bildung und Gesellschaft gehöre. „Deshalb sollte der Umgang mit Mehrsprachigkeit an Schulen als fachliches Querschnittsthema verstanden werden – sowohl in der Lehrkräftebildung aller drei Phasen als auch in der Schulentwicklung und natürlich in den Lehr- Lern-Materialien“, so die Wissenschaftlerin.
Das gemeinsame Fazit der Runde lautete: Wir sind alle in der Verantwortung für mehr Sprachsensibilität und mehrsprachigkeitsorientierte Sprachbildung: Politik und Administration müssen den geeigneten Rahmen schaffen, aber auch Lehrkräfte, Fortbildnerinnen und Fortbildner sowie die Wissenschaft können Impulse setzen und mit vielen kleinen Schritten eine Bewegung unterstützen, die Mehrsprachigkeit als Ressource versteht.
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