Der BiSS-Community-Workshop mit Prof. Dr. Vera Busse, Projektleiterin des Interventionsprojekts „KommSchreib!“, vermittelte über 40 Interessierten im April, wie Schreibkompetenzen gefördert werden können. Im Zentrum stand das prozessorientierte Schreiben. „KommSchreib!“ ist ein vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Projekt und Teil des Förderschwerpunkts „Sprachliche Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“.
Schreibstrategien helfen beim Verfassen von Texten
Das Schreiben von Texten ist für Schülerinnen und Schüler oftmals eine herausfordernde Aufgabe. Texte schreiben zu können, ist andererseits unerlässlich für den Schulerfolg. Mit der Entwicklung von Schreibstrategien können Schulkinder diese Aufgabe meistern. Im Projekt KommSchreib! wurden Grundschullehrkräfte praxisnah darin geschult, evidenzbasierte Schreib- und Feedbackstrategien diversitätssensibel im Unterricht einzusetzen. Die Ergebnisse sind überzeugend: Die Untersuchungen der Wissenschaftlerinnen zeigen, dass die teilnehmenden Kinder ihre Schreibkompetenz signifikant stärker verbesserten als Kinder in der Kontrollgruppe.
Das Schreiben von Texten in der Schule gezielt fördern
In der Online-Veranstaltung stellte Prof. Vera Busse den Ansatz des Projekts KommSchreib! den Teilnehmenden vor: Im Mittelpunkt dabei steht das prozessorientierte Schreiben, das den Schreibprozess in vier klar strukturierte Phasen gliedert: Planen, Schreiben, Überarbeiten und Fertigstellen. Besonders in der Überarbeitungsphase spielt Feedback dabei eine wichtige Rolle, da es den Schreibenden mehr Sicherheit gibt und sie gezielt bei der Weiterentwicklung ihrer Texte unterstützt.
Die Teilnehmenden des BiSS-Community-Workshops erhielten in mehreren kurzen Arbeitsphasen die Gelegenheit, Elemente der Herangehensweise kennenzulernen. Die Methode des „Lauten Denkens“ etwa macht die kognitiven Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler im Planungsprozess sichtbar.
Wie Feedback in der Phase des Überarbeitens förderlich eingesetzt werden kann, erfuhren die Teilnehmenden anhand des Beispiels „Bildergeschichte schreiben“. Art und Umsetzung des Feedbacks seien entscheidend, betonte Prof. Vera Busse. Feedback zu Texten, das sich nur auf Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung beziehe, bleibe an der Oberfläche. Würden Struktur, Inhalt und Lesendenorientierung einbezogen, entstehe „tiefes“ Feedback. Das Projekt KommSchreib! setzte insbesondere auf Peer-Feedback zwischen den Schülerinnen und Schülern.
Mehrsprachiges Material für Lehrkräfte zum Thema Schreiben
Im Projekt entstand umfangreiches Material. Neben Handreichungen für Lehrkräfte gibt es Vorlagen für Unterrichtsreihen zu mehreren Themen. In den Arbeitsmaterialien unterstützen – begleitend zu den Texten – Audioaufnahmen in vier Sprachen die Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler bei der Schreibförderung. Kinder können sich Texte in Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Türkisch anhören. Alle Materialien können Sie auf der Projektseite von KommSchreib! herunterladen.
Die Teilnehmenden des BiSS-Community-Workshops zeigten sich sehr interessiert an der Vorgehensweise des Projekts und den erarbeiteten Materialien.
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