Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten

FörderkonzeptProfessionalisierungskonzeptElementarbereichE1E2
Hinweis:
Die Beschreibungen, die Sie hier finden, dokumentieren Tools, die von den Verbünden der Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) während der Laufzeit des Programms von 2013 bis 2019 zur (weiteren) Professionalisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BiSS-Verbünde genutzt wurden. Die Professionalisierungskonzepte wurden aufgrund ihrer großen Heterogenität (DVDs, Trainingsprogramme, Bücher, Schulungen) und fehlender Bewertungsmöglichkeiten keiner wissenschaftlichen Prüfung auf die Erfüllung von Gütekriterien unterzogen. Einige Professionalisierungskonzepte enthalten konkrete Fördermaterialien. Diese Tools wurden dann u.U. gleichzeitig als „Förderinstrumente oder -konzepte“ eingestuft und dem Qualitätscheck für Förder-Tools unterzogen. Das Ergebnis dieses Qualitätschecks wird ggfs. als Tabellenzeile über der Tool-Beschreibung angezeigt.

Qualitätscheck als Förder-Tool:
(Für Erläuterungen mit der Maus auf die Zahlen und Punkte zeigen.)

Zielbereich Altersgruppe Durchführbarkeit Theoretische Fundierung Wirksamkeit
0 0 bis 3 gelber Punkt grüner Punkt blauer Punkt

Kurzbeschreibung

Preis: 29,90 Euro.

Das Tool Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten ist ein Sprachförderkonzept sowie ein Tool zur Professionalisierung pädagogischer Fachkräfte, die alltagsintegriert die sprachlichen Fähigkeiten von 0- bis 3-jährigen Kindern fördern. Das Tool besteht aus einem umfangreichen Materialpaket: Zwei Broschüren liefern theoretische und praxisrelevante Informationen zum kindlichen Spracherwerb, darüber hinaus gibt es Orientierungsleitfäden, ein Dokumentationsschema, einen Reflexionsbogen, fünf Poster, Leitfragen zur Dialoghaltung und eine DVD, die Filmsequenzen mit Beispielen zur Veranschaulichung von Spracherwerbsprozessen enthält. Im Zentrum des Tools steht die Stärkung der Handlungskompetenzen pädagogischer Fachkräfte durch die Vermittlung von Fachwissen über den kindlichen Spracherwerb.

Welches Ziel hat das Tool?

Beim Tool Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten handelt es sich um ein Sprachförderkonzept und Professionalisierungstool, das auf die Erweiterung der Handlungskompetenzen pädagogischer Fachkräfte im Rahmen alltagsintegrierter sprachlicher Bildung für null- bis dreijährige Kinder im Elementarbereich abzielt. Es enthält umfangreiche Materialien zur Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Sprachentwicklung in den ersten drei Lebensjahren. Im Vordergrund steht dabei neben der Vermittlung theoretischer Inhalte zum kindlichen Spracherwerb auch die Beobachtung und Dokumentation des kindlichen Spracherwerbs sowie das reflektierte Interaktionshandeln im Dialog mit Kindern. Das Tool eignet sich für den Einsatz in den Modulen E1 „Gezielte alltagsintegrierte Sprachbildung“ und E2 „Unterstützung der Sprachentwicklung für Kinder unter 3 Jahren“.

Für welches Vorhaben kann das Tool eingesetzt werden?

Das Professionalisierungstool und Sprachförderkonzept Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten will frühpädagogische Fachkräfte für die sprachliche Bildung von Kindern unter 3 Jahren qualifizieren. Dabei liefert das Tool theoretische und praxisbezogene Informationen und Materialien, durch die pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich für die Besonderheiten des Spracherwerbs sensibilisiert werden. Darüber hinaus soll das Tool dazu beitragen, dass sich die pädagogischen Fachkräfte ein reflektiertes Sprachverhalten aneignen, das die Dokumentation und Beobachtung sprachlicher Fähigkeiten und die Gestaltung sprachanregender Angebote im Dialog mit Kindern erleichtert. Mit Hilfe des Tools sollen die Fachkräfte erkennen, welche sprachfördernden Situationen der pädagogische Alltag bietet und wie diese optimal genutzt werden können, um die kindliche Sprachkompetenz anzuregen.

Die Professionalisierung der Fachkräfte geschieht dabei auf der Grundlage der Vermittlung sprachwissenschaftlicher, spracherwerbstheoretischer und pädagogischer Erkenntnisse, die für Kinder im Alter zwischen 0 und 3 Jahren relevant sind. Dabei werden auch der Spracherwerb und die Förderung mehrsprachiger Kinder thematisiert.

Wie funktioniert das Tool?

Das Sprachförderungskonzept und Professionalisierungstool Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten ist zur Qualifizierung von Fachkräften geeignet, die im Rahmen alltagsintegrierter sprachlicher Bildung die sprachlichen Fertigkeiten ein- und mehrsprachiger Kindern im Alter von bis zu 3 Jahren anregen. Das Tool besteht aus einer umfangreichen Materialsammlung: Zwei Hefte liefern theoretische und praxisrelevante Informationen zum kindlichen Spracherwerb, darüber hinaus enthält es Orientierungsleitfäden, ein Dokumentationsschema, einen Reflexionsbogen, fünf Poster, Leitfragen zur Dialoghaltung und eine DVD, die Filmsequenzen mit Beispielen zur Veranschaulichung von Spracherwerbsprozessen sowie von alltagsintegrierter sprachlicher Bildung enthält.

Im ersten Heft geben die Autorinnen einen Überblick über den frühkindlichen Spracherwerb, der insbesondere die Sprachkompetenzen von Kindern im Alter von bis zu 3 Jahren beschreibt. Hierbei wird Bezug auf die einzelnen sprachlichen Ebenen (z.B. Laute, Wortschatz, Grammatik) genommen sowie in einem Ausblick auch auf die Weiterentwicklung der sprachlichen Kompetenzen ab dem 4. Lebensjahr in der Kindertagesstätte eingegangen. Jedes Unterkapitel enthält ein Glossar sowie Literaturangaben. Das erste Heft enthält außerdem Informationen zur Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Sprache. In diesem Zusammenhang werden auch die im Tool enthaltenen Orientierungsleitfäden beschrieben, die als Hilfe bei der Beobachtung und Dokumentation sprachlicher Fähigkeiten dienen. Das Set aus fünf Orientierungsleitfäden umfasst die fünf sprachlichen Bereiche, die in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben wurden: „sozial-kommunikative Entwicklung“, „sprachlich-kognitive Entwicklung“, „Laute und Prosodie“, „Wörter und ihre Bedeutung“ sowie „Grammatik: Satzbau und Wortbildung“. Diese Orientierungsleitfäden werden in dem Tool zusätzlich auch auf fünf Postern dargestellt.

Das zweite Heft enthält Ausführungen zum kindlichen Lernen, zur sprachlichen Bildung und Förderung, zum sprachförderlichen Potenzial des Kita-Alltags sowie zur Kooperation mit Eltern. In diesem Heft wird auch auf den Dialog als zentrales Element der sprachlichen Bildung eingegangen. Außerdem wird thematisiert, welche Situationen im Alltag Anlässe bieten, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Die Leitfäden zur Reflexion von sprachfördernden Potenzialen des Kita-Alltags sowie eine DVD mit Filmsequenzen helfen den pädagogischen Fachkräften dabei, ihr eigenes sprachliches Handeln zu reflektieren. Sie geben zudem Anregungen, wie die Fachkräfte Kinder beim Spracherwerb unterstützen können.

Was wird benötigt, um das Tool umzusetzen?

Material: Zur Durchführung des Tools wird das Materialpaket „Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten – Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei“ von Karin Jampert, Verena Thanner, Diana Schattel, Andrea Sens, Anne Zehnbauer, Petra Best und Mechthild Laier benötigt (s.Zugänglichkeit). Es enthält neben zwei Heften mit der Beschreibung des Sprachförderkonzepts sowie umfangreichen Informationen zum kindlichen Spracherwerb auch fünf Poster, Leitfäden und eine DVD, die Hilfen zur Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Sprachentwicklung sowie Hilfen zur Reflexion der eigenen Sprache im Dialog mit Kleinkindern beinhalten.

Schulung: Das Tool ist verständlich geschrieben und erfordert keine tiefergehenden Vorkenntnisse, allerdings verlangt es eine selbständige Auseinandersetzung mit den Inhalten. Die Durchführung des Tools erfolgt alltagsintegriert durch pädagogische Fachkräfte.

Kosten: Das Tool „Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten – Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei“ kostet 29,90 Euro. Weitere Materialien werden nicht benötigt.

Zugänglichkeit: Das Buch „Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten – Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei“ von Jampert et al. kann im Buchhandel bestellt werden: ISBN 978-3868920529.

Wie ist das Tool a) theoretisch b) empirisch fundiert?

a) theoretische Fundierung

Das Tool Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten wurde von Karin Jampert, Verena Thanner, Diana Schattel, Andrea Sens, Anne Zehnbauer, Petra Best und Mechthild Laier herausgegeben. Erarbeitet wurde das Tool vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) im Auftrag und mit Fördermitteln des BMFSJ sowie in Kooperation mit den Bundesländern Hessen und Saarland im Projekt „Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei“ und entstand im Rahmen des Bundesprogramms „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“. Damit wurde der bereits bestehende Sprachförderansatz des DJI für 3- bis 6-jährige Kinder Kinder-Sprache stärken! Sprachliche Förderung in der Kita um die Altersgruppe der Kinder unter 3 Jahren erweitert.

Die vorangegangenen Projekte Kinder-Sprache stärken! Sprachliche Förderung in der Kita (Jampert et al., 2009) sowie Dialoge mit Kindern führen (Best et al., 2011) bilden die theoretische Grundlage des Tools. Sprachförderung und Sprachbildung gelten innerhalb der Projekte als grundlegende Aufgaben des Elementarbereichs. Sie richten sich an alle Kinder einer Einrichtung und werden gezielt sowie systematisch und alltagsintegriert umgesetzt. Die Tools basieren auf der Annahme, dass den Handlungskompetenzen pädagogischer Fachkräfte im Alltagsgeschehen der Kindertagesstätte eine hohe Bedeutung zukommt. So ist es ihre Aufgabe, in pädagogischen Situationen in den Dialog mit Kindern zu treten und diese Situationen gezielt zur sprachlichen Anregung zu nutzen. Betont wird dabei die Bedeutung des Dialogs und der Interaktion mit Erwachsenen im kindlichen Spracherwerb: Der Dialog gilt als „der Rahmen, im dem sich der Spracherwerb vollzieht“ (Laier & Nunnenmacher, 2014, S. 22; vgl. auch Bertau, 2006). Im Tool Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten werden zur Beschreibung des Spracherwerbs Quellen genannt, die zum Beispiel auf die Forschung zur Eltern-Kind-Interaktion zurückgreifen (z.B. Szagun, 2006).

b) empirische Fundierung

Bisher liegt keine umfassende empirische Fundierung zum Förder- und Professionalisierungskonzept Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten vor. Auch die Wirkungsweise des Tools in Form des Buches zum Selbststudium ist bislang unklar.

Das Qualifizierungskonzept und dessen Umsetzung wird jedoch derzeit im Rahmen des Bundesprogramms „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ wissenschaftlich evaluiert (vgl. Hopf, Laier & Nunnenmacher, 2013). Innerhalb dieser Evaluation soll dokumentiert werden, wie die ausgewählten Kindertagesstätten das Bundesprogramm umsetzen und welche Wirkungen sich in Bezug auf verschiedene Aspekte ergeben (z.B. das Kita-Team, die Qualität der sprachlichen Bildung oder die Kinder und deren Familien). Die Kindertagesstätten, die mit Hilfe des Konzepts „Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei“ qualifiziert wurden, werden bei der Evaluation mit anderen Einrichtungen verglichen, die mit anderen Programmen arbeiten (z.B. mit der vertieften fachlichen Unterstützung „verbal“) oder keine Qualifizierungsangebote nutzen. Auf diese Weise kann der Erfolg verschiedener Angebote im Vergleich analysiert werden und beispielsweise auch zur Herausarbeitung von Best-Practice-Ansätzen führen.

Mit welchen anderen Tools ist dieses Tool kombinierbar?

Dialoge mit Kindern führen

Kinder-Sprache stärken! Sprachliche Förderung in der Kita

Alter: 0; 1; 2; 3

Klassenstufe: Kita

Verbünde, die dieses Tool nutzen:

Links:

Homepage des Bundesprogramms „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“:
https://www.fruehe-chancen.de/ [18.02.2021]

Programmüberblick des Bundesprogramms „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“:
https://www.fruehe-chancen.de/fileadmin/PDF/Archiv/Programmueberblick_Schwerpunkt-Kitas.pdf [18.02.2021]

Literaturhinweise

Bertau, M.-C. (2006). Zur spezifischen Bedeutung des Dialogs im Kontext der sozial-kommunikativen Funktion von Sprache. In K. Jampert; K. Leuckefeld; A. Zehnbauer & P. Best (Hrsg.), Sprachliche Förderung in der Kita. Wie viel Sprache steckt in Musik, Bewegung, Naturwissenschaften und Medien? (S. 22-27). Weimar, Berlin: verlag das netz.

Best, P., Laier, M., Jampert, K., Sens, A. & Leuckefeld, K. (2011). Dialoge mit Kindern führen. Die Sprache der Kinder im dritten Lebensjahr beobachten, entdecken und anregen. Herausgegeben von der Baden-Württemberg Stiftung. Berlin, Weimar: verlag das netz.

Hopf, M., Laier, M. & Nunnenmacher, S. (2013). Qualifizierungsoffensive: Sprachliche Bildung und Förderung von Kindern unter Drei. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 8 (4), 499-506.

Jampert, K., Thanner, V., Schattel, D., Sens, A., Zehnbauer, A., Laier, M. & Best, P. (2011). Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten. Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei. Weimar, Berlin: verlag das netz

Jampert, K., Zehnbauer, A., Best, P., Sens, A., Leuckefeld, K., Laier, M. (2009). Kinder-Sprache stärken! Sprachliche Förderung in der Kita: das Praxismaterial. Weimar, Berlin: verlag das netz.

Laier, M. & Nunnenmacher, S. (2014): Dialoge mit Kindern führen. Das Sprachförderkonzept. In Baden-Württemberg Stiftung (Hrsg.), Sag' mal was - Sprachliche Bildung für Kleinkinder. Sprachförderansätze: Erfahrungen und Reflexionen (S. 21-28). Tübingen: Francke Verlag.

Szagun, G. (2006). Sprachentwicklung beim Kind. Weinheim, Basel: Beltz.

Letzte Änderung am: 22.02.2021