Duisburger Sprachstandstest (DST)

von Hartmut Pietsch, Ute Theunissen und Frank Witzke

DiagnoseSekundarstufe

Qualitätscheck als Diagnostik-Tool:
(Für Erläuterungen mit der Maus auf die Zahlen und Punkte zeigen.)

Bildungsetappe Zielbereich Altersgruppe Durchführbarkeit Theoretische Fundierung Erfüllung der Gütekriterien
Sekundar 2, 3,12 ,20 10 bis 12 grüner Punkt blauer Punkt blauer Punkt

Kurzbeschreibung

Kostenlos.

Beim Tool Duisburger Sprachstandstest handelt es sich um ein informelles Instrument zur Sprachstandserfassung bei Schülerinnen und Schülern in der 5. Klasse in weiterführenden Schulen. Der Test prüft die Sprachkompetenzen der Kinder in den Bereichen Hörverstehen, Leseverstehen, Grammatik, Satzbau, Wortschatz und Rechtschreibung und ermöglicht es, Förderbedarfe zu identifizieren und Fördermaßnahmen abzuleiten. Der Duisburger Sprachstandstest kann mit der gesamten Klasse innerhalb einer Doppelstunde (90 Minuten) durchgeführt werden.

Letzte inhaltliche Bearbeitung/Prüfung am: 27.09.2021

Welches Ziel hat das Tool?

Mit dem Duisburger Sprachstandstest kann in weiterführenden Schulen bei Eintritt in Klasse 5 der Sprachstand von Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Hörverstehen, Leseverstehen, Grammatik, Satzbau, Wortschatz und Rechtschreibung eingeschätzt werden. Anhand der Erfassung der Sprachkompetenzen können sprachlicher Förderbedarf erkannt sowie Fördermaßnahmen abgeleitet werden. Der Test kann am Ende des Schuljahres zudem als Re-Test verwendet werden und ermöglicht damit eine Aussage über die Wirksamkeit der schulischen Sprachfördermaßnahmen im zurückliegenden Schuljahr. Das Tool kann in den Modulen S1 „Diagnose und Förderung der Leseflüssigkeit“, S2 „Lese- und Schreibstrategien im Verbund vermitteln“, S3 „Selbstreguliertes Lesen und Schreiben“ und S4 „Sprachliche Bildung in fachlichen Kontexten“ zum Einsatz kommen.

Für welches Vorhaben kann das Tool eingesetzt werden?

Mit dem Duisburger Sprachstandstest kann die Sprachkompetenz von Schülerinnen und Schülern in der 5. Klasse in den Bereichen Hörverstehen, Leseverstehen, Grammatik, Satzbau, Wortschatz und Rechtschreibung erfasst werden. Diese Ergebnisse der Sprachstandserfassung können für Lehrkräfte die Grundlage für zukünftige Entscheidungen über Maßnahmen zur Sprach- und Leseförderung bilden. Daneben hilft ein Überblick über die Ergebnisse aller Kinder in den fünften Klassen der Schule dabei, den Gesamtbedarf an sprachlicher Zusatzförderung einzuschätzen. Durch den wiederholten Einsatz des Tools am Ende der fünften Klasse lässt sich auch die Entwicklung der Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler im Längsschnitt dokumentieren. Die Ergebnisse des Tests können zudem als Grundlage für Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern selbst, Eltern oder anderen Lehrkräften dienen. Mehrsprachigkeit wird in dem Tool nicht explizit berücksichtigt.

Wie funktioniert das Tool?

Der Duisburger Sprachstandstest enthält Testfragen in den Subtests Hörverstehen, Leseverstehen, Grammatik, Satzbau und Wortschatz, für die jeweils 20 Punkte vergeben werden. In jedem Subtest sind jeweils 20 Punkte, also 100 Punkte insgesamt, zu erreichen. Im Subtest Rechtschreibung werden weitere 40 Punkte vergeben. Insgesamt können 140 Punkte erreicht werden.

Im Testteil zum Hörverstehen wird den Kindern ein Hörtext vorgespielt. Zu diesem erhalten sie einen Ankreuztest mit 10 Fragen und verschiedenen Antwortoptionen, bei welchen sie jeweils die richtige Antwortmöglichkeit ankreuzen sollen. Der Hörtext darf nur ein einziges Mal vorgespielt werden, alternativ kann die Lehrkraft den Text selbst vorlesen. Das Vorlesen des Textes dauert circa zwei Minuten. Erst im Anschluss an das Lesen dürfen die Schülerinnen und Schüler mit der Bearbeitung des Ankreuztests beginnen. Beim Test zum Leseverstehen wird ähnlich vorgegangen. Auch hier erhalten die Schülerinnen und Schüler 10 Fragen zu einem Lesetext, die nach dem Lesen des Textes beantwortet werden sollen. Zu jeder Frage stehen dabei verschiedene Antwortoptionen zur Verfügung, aus welchen die richtige gewählt werden soll. Im Bereich der Grammatik stehen die Kinder vor der Aufgabe, Lücken in Sätzen zu füllen. Hierbei sollen sie in Sätzen jeweils fehlende flektierte Formen von Verben, Adjektiven, Nomen, Pronomen oder Artikeln einsetzen oder richtige Wörter (z.B. passende Präpositionen) für eine Lücke auswählen. Im Testteil zum Satzbau sollen die Schülerinnen und Schüler aus einer Auswahl von verschiedenen komplexen Sätzen jeweils die Sätze ankreuzen, die sie für grammatikalisch richtig halten. Im Subtest zum Wortschatz erhalten die Kinder schließlich jeweils ein Wort sowie mehrere Angebote für Synonyme zu diesem Wort, aus welchen sie das passende auswählen sollen. Im Testteil zur Rechtschreibung müssen nacheinander 40 Wörter geschrieben werden, die ihre Lehrkraft zuvor jeweils einzeln vorgelesen hat. Für jedes richtig geschriebene Wort wird ein Punkt vergeben.

Die Durchführung des Sprachstandstests dauert rund 90 Minuten. Eine Anleitung zur Durchführung liegt bei.

Die Auswertung des Tests dauert rund 25 Minuten. Dabei werden die Einzelergebnisse in eine Excel-Tabelle eingetragen und dort automatisiert ausgewertet. Die Excel-Datei ist in dem Tool enthalten und enthält mehrere Tabellenblätter, in die die Ergebnisse aller fünften Klassen einer Schule eingetragen werden können. Zur Interpretation der Einzelergebnisse, der Klassenergebnisse und der Schulergebnisse stehen Vergleichsdaten von anderen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung (s. empirische Fundierung). Die Normgrenze für einen besonderen sprachlichen Förderbedarf liegt bei 40 Punkten. Das bedeutet, dass eine Schülerin oder ein Schüler als unterstützungsbedürftig gilt, wenn er oder sie im Test 40 oder weniger Punkte erreicht.

Die Ergebnisse können von der Lehrkraft zunächst genutzt werden, um sich einen Überblick über den Sprachstand der Schülerinnen und Schüler zu Beginn der 5. Klasse zu verschaffen. Daneben können anhand des Tests der Bedarf an sprachlicher Zusatzförderung eingeschätzt werden sowie von den Lehrkräften konkrete Maßnahmen zur Sprachförderung abgeleitet werden.

Was wird benötigt, um das Tool umzusetzen?

Material: Zur Durchführung des Tools muss der Duisburger Sprachstandstest heruntergeladen und für die Schülerinnen und Schüler der eigenen Klasse vervielfältigt werden (s. Zugänglichkeit). Die Testmaterialien umfassen neben dem Test selbst weitere Dokumente mit Lösungen, Korrekturhilfen sowie Durchführungs- und Auswertungshinweisen. Um den Untertest zum Hörverstehen durchführen zu können, steht auch die passende mp3-Datei zum Download zur Verfügung.

Schulung: Das Manual ist verständlich geschrieben und erfordert keine tiefergehenden Vorkenntnisse. Es ermöglicht die Durchführung sowie Auswertung des Tests durch eine Lehrkraft. Eine Schulung ist nicht nötig, zur standardisierten Durchführung ist jedoch eine Vertrautheit mit dem Test und Übung notwendig.

Kosten: Mit der Durchführung des Tools sind keine Kosten verbunden.

Zugänglichkeit: Das Tool Duisburger Sprachstandstest kann nicht im Handel erworben werden. Auf der Homepage der Städtischen Gesamtschule Duisburg-Meiderich steht der Test zum Download in einem passwortgeschützten Bereich zur Verfügung. Interessierte Lehrkräfte können sich ggfs. bei den Autoren auf Anfrage ein Passwort zur Nutzung des Tests zusenden lassen. Folgender Link enthält nähere Informationen zum Test sowie den Zugang zum Instrument: https://www.gsm-duisburg.de/service/duisburger-sprachstandstest/

Wie ist das Tool a) theoretisch b) empirisch fundiert?

a) theoretische Fundierung

Das Tool Duisburger Sprachstandstest wurde von Dr. Hartmut Pietsch, Ute Theunissen und Frank Witzke von der Städtischen Gesamtschule Duisburg-Meiderich entwickelt. Seit 2005 wird der Test an vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen eingesetzt und wurde seit seiner Entstehung mehrfach angepasst und weiterentwickelt.

Ein Leitgedanke bei der Entwicklung des Tests war, einen Test mit einer großen Nähe zur Schulpraxis zu entwickeln. Der Test kann innerhalb einer Doppelstunde in einer Klasse geschrieben und pro Klasse in circa zwei Zeitstunden ausgewertet werden. Daneben werden aus den Ergebnissen des Tests Förderbedarfe deutlich, welche zur Ableitung adäquater Fördermaßnahmen genutzt werden können.

Das Tool enthält keine weiterführenden Informationen, die Aufschluss über eine theoretische Fundierung der Inhalte geben. Auch Verweise auf Quellen, die auf eine theoretische Fundierung schließen lassen, zum Beispiel über Theorien zum Sprach- oder Leseerwerb, sind im Tool nicht vorhanden. Eine unmittelbare theoretische Fundierung ist somit nicht gegeben.

b) empirische Fundierung

Für das Tool liegt eine Normierung vor, auf die Anwenderinnen und Anwender Zugriff haben. Somit ist es möglich, die Ergebnisse der eigenen Klasse mit den Ergebnissen anderer Schülerinnen und Schüler zu vergleichen. Im Jahr 2014 wurden mit dem Tool 32680 Schülerinnen und Schüler in 272 weiterführenden Schulen in NRW getestet. Die Tests wurden jeweils in den 5. Klassen zu Beginn des Schuljahres 2014/2015 in verschiedenen Schulformen (Gesamtschule, Gemeinschaftsschulen Sekundarschulen, Gymnasien, Hauptschulen, Realschulen, Förderschulen) durchgeführt.

Das Tool wurde bislang jedoch nicht hinsichtlich der allgemeinen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität und Validität) überprüft. Bisher liegt somit keine empirische Fundierung zum Tool Duisburger Sprachstandstest vor.

Alter: 10; 11; 12

Klassenstufe: 5

Verbünde, die dieses Tool nutzen:

Links:

Homepage der Städtischen Gesamtschule Duisburg-Meiderich mit Informationen zum Verfahren sowie Kontaktdaten zum Anfordern des Tests zur eigenen Nutzung:
https://www.gsm-duisburg.de/service/duisburger-sprachstandstest/ [18.09.2021]

Letzte Änderung am: 04.04.2022

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