Literacy und Sprache in Kindertageseinrichtungen (Schwerpunkt: Kinder 3 bis 6 Jahre) (LiSKit)

ProfessionalisierungskonzeptElementarbereichE1E3E4E5
Hinweis:
Die Beschreibungen, die Sie hier finden, dokumentieren Tools, die von den Verbünden der Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) während der Laufzeit des Programms von 2013 bis 2019 zur (weiteren) Professionalisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BiSS-Verbünde genutzt wurden. Die Professionalisierungskonzepte wurden aufgrund ihrer großen Heterogenität (DVDs, Trainingsprogramme, Bücher, Schulungen) und fehlender Bewertungsmöglichkeiten keiner wissenschaftlichen Prüfung auf die Erfüllung von Gütekriterien unterzogen.

Kurzbeschreibung

Preis: 9,95 Euro.

LiSKit ist ein Selbstevaluations-Instrument für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten. Es soll helfen, die Qualität der Angebote in den Bereichen frühe Schriftsprache (Literacy) und Sprache einzuschätzen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen es den Fachkräften ermöglichen, diese Angebote zu optimieren. Das Verfahren wurde vor allem für Einrichtungen im Elementarbereich entwickelt, in dem Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut werden.

Welches Ziel hat das Tool?

LiSKit ist ein Verfahren für pädagogische Fachkräfte, das der Selbstevaluation und internen Qualitätssicherung in Bezug auf die sprachlichen und schriftsprachlichen Angebote in Kindertageseinrichtungen dient. Anhand von Fragebögen sollen die Fachkräfte die Qualität der Angebote zu Schriftsprache (Literacy) und Sprache in ihrer Kindertagesstätte beurteilen. LiSKit lässt sich in den Modulen E1 „Gezielte alltagsintegrierte Sprachbildung“, E3 „Intensive Förderung im Bereich sprachlicher Strukturen“, E4 „Intensive Förderung der phonologischen Bewusstheit“ und E5 „Intensive Sprachförderung durch dialogisches Lesen in der Kleingruppe“ einsetzen.

Für welches Vorhaben kann das Tool eingesetzt werden?

LisKit hilft dabei einzuschätzen, was gute Bildungsarbeit im Bereich Sprache und Schriftsprache (Literacy) ausmacht und kann eingesetzt werden, um sprachliche Bildungsangebote zu reflektieren. Die pädagogischen Fachkräfte schätzen die Angebote zur Schriftsprachlichkeit (Literacy) und Sprache in ihrer Kindertageseinrichtung selbst ein. Sie verwenden dafür einen Selbstevaluationsbogen. Die Beantwortung der darin enthaltenen Fragen führt auf der einen Seite zu einer Sensibilisierung für die wichtigen Aspekte eines ganzheitlichen Konzepts sprachlicher Bildung (vgl. hierzu Wie funktioniert das Tool?). Auf der anderen Seite können die Fachkräfte die Situation in ihrer Einrichtung analysieren und beurteilen, ob Veränderungen nötig sind. Im LiSKit werden sechs verschiedene Themenbereiche abgegrenzt, die unabhängig voneinander bearbeitet werden können (s. Wie funktioniert das Tool?). Sprachliche Anregungen und Angebote können somit Schritt für Schritt betrachtet, beurteilt und in der konkreten Umsetzung verändert werden.

Wie funktioniert das Tool?

Das Selbstevaluationsverfahren besteht aus einem umfangreichen Fragebogen mit Begleitheft. Eine externe Beobachtung der Situation und Beurteilung der Fragen zu Sprachbildungsangeboten beispielsweise durch einen Coach oder eine Fachberatung ist mit dem Verfahren ebenfalls möglich. Der Beobachtungsbogen kann auch im Rahmen der kollegialen Hospitation eingesetzt werden.

LiSKit ist in sechs Themenbereiche unterteilt, die ihrerseits verschiedene Bausteine enthalten:

Themenbereich 1: Ausstattung und Räumlichkeiten. Zu diesem Themenbereich gehören die Bausteine A: Buchbereich/Raum für Bücher, B: Buchbestand, C: Medien und Technik für Kinder, D: Schreiben und Schriftkultur, E: Gesellschaftsspiele und F: Rollenspiele.

Beispiel aus Baustein A: „Bücher befinden sich in Augenhöhe der Kinder.“ Die Ankreuzalternativen sind: (Fast) alle Bücher; die Mehrzahl; ein Teil; wenige; sehr wenige/keine.

Themenbereich 2: Aktivitäten der Fachkraft. Zu diesem Themenbereich gehören die Bausteine G: Gespräche mit Kindern, H: Anregung von Gesprächen unter Kindern, I: Lieder, Reime, Spiele, J: Bilderbuchbetrachtung/Vorlesen/Hörbücher, K: Rund ums Buch, L: Schriftkultur, „Schreiben“ und „Lesen“ im Rollenspiel.

Beispiel aus Baustein K: „Ich gehe mit Kindern in die Bücherei (Bücherei in der Kita oder außerhalb). Die Ankreuzalternativen sind: häufiger; 1 bis 2-mal im Monat; 5 bis 6-mal im Jahr; 3 bis 4-mal im Jahr; 1 bis 2-mal im Jahr, seltener/nie.

Themenbereiche 3 und 4: Interaktion in ausgewählten Situationen (in Themenbereich 3: Selbsteinschätzung und in Themenbereich 4: kollegiale Beobachtung). Zu Themenbereich 3 gehören die Bausteine M: Bilderbuchbetrachtung, N: Vorlesen, O: Freie Gespräche in Gesprächsrunden, P: Gespräche bei naturwissenschaftlichen Themen/Projekten. Themenbereich 4 fragt in den Bausteinen Q-T die gleichen Inhalte ab wie Themenbereich 3, diese Bausteine werden jedoch im Rahmen der kollegialen Beobachtung bzw. Selbstbeobachtung mit Video bearbeitet.

Beispiel aus Baustein N: „Ich lese gerne vor.“ Die Ankreuzalternativen sind: stimmt völlig; überwiegend; teilweise; kaum; gar nicht.

Themenbereich 5: Spracherfassung, Konzeption und Qualifizierung. Zu diesem Themenbereich gehören die Bausteine U: Beobachtung und Dokumentation von Sprache & Literacy, V: Verankerung von Sprache & Literacy in der Einrichtung, W: Qualifizierung des pädagogischen Personals.

Beispiel aus Baustein V: „Sprache & Literacy sind ein Thema in unseren Teamsitzungen.“ Die Ankreuzalternativen sind: oft; gelegentlich; selten; sehr selten/nie.

Themenbereich 6: Zusammenarbeit und Vernetzung. Zu diesem Themenbereich gehören die Bausteine X: Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern, Y: Vernetzung beim Thema sprachliche Bildung, Z: Vernetzung bei Kindern mit Problemen im sprachlichen Bereich.

Beispiel aus Baustein Z: „Ich habe eine gute Übersicht über externe Ansprechpartner für Sprachprobleme.“ Die Ankreuzalternativen sind: stimmt völlig; überwiegend; teilweise; kaum; gar nicht.

Begleitheft
Im Begleitheft sind hilfreiche Arbeitsschemata zu drei Bereichen (A-C) vorgegeben. Das Arbeitsschema zu Bereich A ermöglicht eine Strukturierung der Selbstevaluation/ Qualitätsentwicklung. Hier geht es u.a. darum zu klären, warum die pädagogischen Fachkräfte mit LiSKit arbeiten wollen, wer sich beteiligt, wer für was verantwortlich ist, welchen Zeitrahmen es gibt und wie viel Arbeitszeit zur Verfügung steht.
Im Bereich B geht es darum, konkrete Veränderungen zu planen. Dazu werden Ziele formuliert und abgefragt, welche Schritte zur Erreichung nötig sind, wer was tut, wer einbezogen werden muss und der Zeitraum, innerhalb dessen die Veränderung vorgenommen werden soll.
Das Arbeitsschema zu Bereich C dient der Überprüfung der Veränderungen und fragt danach, was sich verändert hat, was erreicht wurde und was nicht und wie weiter vorgegangen werden soll.

Was wird benötigt, um das Tool umzusetzen?

Material: Zur Durchführung der Selbstevaluation mit LiSKit werden der Beobachtungsbogen und das Begleitheft benötigt.

Zugänglichkeit: LiSKit wird als Set mit Begleitheft (56 Seiten) und fünf Bögen zur Selbsteinschätzung und Reflexion für pädagogische Fachkräfte (je 32 Seiten) geliefert. Es kann beim Herder Verlag bestellt werden: kundenservice@herder.de, Tel.: 0761 2717-379.

Kosten: Fünf Beobachtungsbögen und Begleitheft kosten zusammen als Set 9,95 Euro.

Durchführungsdauer: Die Durchführungszeit der Selbstevaluation ist variabel, für das Erreichen von Veränderungszielen wird im Arbeitsschema des Begleitheftes ein Zeitrahmen von den durchführenden Fachkräften festgelegt.

Wie ist das Tool a) theoretisch b) empirisch fundiert?

a) theoretische Fundierung

Das Tool wurde am Staatsinstitut für Frühpädagogik in Bayern (IFP) von Toni Mayr, Christiane Hofbauer, Anita Kofler, Mirjana Simic entwickelt und 2012 veröffentlicht.

Grundlage von LiSKit ist die Annahme, dass die sprachliche Entwicklung stark durch die Umwelt beeinflusst wird. Die zunächst größte Rolle spielt hierbei das Elternhaus. Als zweiter großer Einflussfaktor gelten pädagogische Einrichtungen, insbesondere solche, die die frühe sprachliche Bildung beeinflussen – also dem Elementarbereich zuzuordnen sind. Wenn die Angebote in den Kindertageseinrichtungen zur Auseinandersetzung und Beschäftigung mit Sprache und Schriftsprache vielfältig und anregend gestaltet sind, erhöht sich die Sprachlernmotivation bei den Kindern (Mayr & Ulich, 2006). Auf Grundlage dieser empirisch gewonnenen Erkenntnisse entwickelten Mayr, Hofbauer, Kofler und Simic (2012) den Beobachtungsbogen LiSKit. Der Bogen soll dazu dienen, die Qualität der sprachanregenden Angebote in einer Einrichtung zu überprüfen.

b) empirische Fundierung

Eine empirische Überprüfung/Evaluation des Verfahrens liegt noch nicht vor.

Mit welchen anderen Tools ist dieses Tool kombinierbar?

Kollegiale Hospitation (kollegiales Coaching)

Alter: 3; 4; 5; 6

Klassenstufe: Kita

Verbünde, die dieses Tool nutzen:

Literaturhinweise

Mayr, T. (2013). Sprachliche Angebote und Aktivitäten in Kindertageseinrichtungen - sichten und optimieren mit LiSKit. Frühe Bildung, 2, 98-100.

Mayr, T., Hofbauer, C., Kofler, A. & Simic, M. (2012). LiSKit. Literacy und Sprache in Kindertageseinrichtungen (Schwerpunkt: Kinder von 3 bis 6 Jahren). Freiburg: Herder.

Ulich, M. & Mayr, T. (2006). Seldak. Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern (Beobachtungsbogen und Begleitheft). Freiburg: Herder.

Letzte Änderung am: 19.02.2021