Das Bild zeigt eine Szene aus dem Schulunterricht. Schüler*innen sitzen in der Schulklasse. Die Lehrerin unterstütz die Schüler*innen bei dem Bearbeiten von Aufgaben.
Bild: BiSS-Trägerkonsortium/Annette Etges

Idee und Ziele

BiSS-Transfer ist eine Bund-Länder-Initiative zum wissenschaftsbasierten Transfer von Konzepten zur Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung in Schulen und Kitas bundesweit.

Sprachliche Kompetenzen sind eine grundlegende Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulbesuch, ein gelingendes Berufsleben und die aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen bei der sprachlichen Bildung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen. Bund und Länder vereinbarten dazu im Oktober 2012 die gemeinsame Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS).

Ziele der Initiative BiSS (2013–2019)

In der Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS, 2013 bis 2019) ging es darum, wirksame Maßnahmen zur Förderung und Diagnose zu identifizieren, um die sprachliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bestmöglich zu unterstützen. Dazu haben im Rahmen von BiSS mehr als 600 Schulen und Kitas mit Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Konzepte zur Sprachbildung erprobt und weiterentwickelt. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wurden qualifiziert, um Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte fortzubilden. An diese Ergebnisse und die dadurch entstandenen Netzwerke knüpfte die Folge-Initiative BiSS-Transfer an.

 

Ziele der Initiative BiSS-Transfer (2020–2025)

Die Bund-Länder-Initiative „Transfer von Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung“ (BiSS-Transfer, 2020–2025) baute auf diesen Ergebnissen und Erkenntnissen auf und hatte das Ziel, die wissenschaftlich erprobten Maßnahmen weiterzuentwickeln, in die Breite zu tragen und nachhaltig in der Schul- und Unterrichtspraxis möglichst vieler Schulen deutschlandweit zu verankern. Ein Trägerkonsortium mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Forschungsinstituten übernahm die Gesamtkoordination von BiSS-Transfer und unterstützte die Länder und Verbünde bei der Umsetzung.

Ein wichtiger Teil der Initiative war das BiSS-Transfer-Forschungsnetzwerk. Sechs wissenschaftliche Teams mit Expertinnen und Experten verschiedener Universitäten und Forschungsinstitute arbeiteten hier eng zusammen an insgesamt vier Teilprojekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten: die Leseförderung, die Schreibförderung, sprachliches Lernen in fachlichen Kontexten sowie die Nutzung von VERA-8-Ergebnissen für die Unterrichtsentwicklung. Gegenstand der Untersuchungen war die gesamte Wirkungskette des Transferprozesses von der Ausbildung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über die Fortbildung der Lehrkräfte bis hin zu den geförderten Schülerinnen und Schülern.

Rund 4.200 Schulen und Kitas deutschlandweit setzten 2025 Maßnahmen aus den Initiativen BiSS und BiSS-Transfer um und nutzen die vielfältigen Angebote.

 

Ziele der Leitstelle BiSS-Transfer (seit 2026)

Seit 2026 liegt die Gesamtkoordination der Konzepte, Formate und Produkte der Initiativen BiSS und BiSS-Transfer bei der Leitstelle BiSS-Transfer, die am Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache angesiedelt ist. Ziel ist es, die Angebote zur Sprachbildung allen Ländern weiterhin zur Verfügung zu stellen und den Transfer in die Kita-, Schul- und Unterrichtspraxis deutschlandweit zu stärken.

Schwerpunkte

Inhaltliche Schwerpunkte setzt BiSS-Transfer bei den Themen Leseförderung, Schreibförderung, sprachsensibler Fachunterricht und Deutsch als Zweitsprache als Teil von Schul- und Unterrichtsentwicklung. Lese- und Schreibkompetenzen können mit regelmäßigen Trainings gefördert werden. Sprachbildung ist Aufgabe aller Fächer. Deshalb geht es in BiSS-Transfer auch darum, Fachunterricht so weiterzuentwickeln, dass er sprachsensibel ist, also die besonderen sprachlichen Anforderungen des Fachunterrichts bewusst macht und Schülerinnen und Schüler unterstützt, diese zu bewältigen. Außerdem möchte BiSS-Transfer dazu beitragen, die schulische Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler zu verbessern, die Deutsch als Zweitsprache erwerben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die sprachliche Förderung von Kindern am Übergang von der Kita in die Grundschule.

Wie funktioniert die Initiative?

Die Länder beteiligen sich mit lokalen Netzwerken (Verbünden) aus je zehn bis 30 Schulen an BiSS-Transfer. In einem Verbund arbeiten Lehrkräfte schulübergreifend zusammen, um ein Konzept zur Sprachbildung in den Schulen des Verbunds umzusetzen. Schulen, die bereits an BiSS beteiligt waren, geben dabei wichtige Impulse für die Arbeit. Geht es darum, Kinder am Übergang in die Grundschule sprachlich zu unterstützen, sind auch Kitas am Verbund beteiligt.

Universitäten und Hochschulen begleiten die Verbünde bei ihrer Arbeit. Damit trägt BiSS-Transfer dazu bei, Kooperationen zwischen Wissenschaft und Praxis zu stärken. Weitere Partner der Verbünde sind u.a. die Landesinstitute und Qualitätseinrichtungen der Länder, die dafür sorgen, dass in BiSS-Transfer entwickelte Fortbildungskonzepte dauerhaft in die regulären Angebote der Lehrkräftefortbildung einfließen.

Unterstützungsangebote

Die Leitstelle BiSS-Transfer stellt die verschiedenen Angebote aus den Initiativen BiSS und BiSS-Transfer weiterhin bereit, um die Länder und Verbünde zu unterstützen. Dazu zählen:

  • Blended-Learning-Fortbildungen zur Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften
  • eine Tool-Datenbank, in der nach wissenschaftlichen Kriterien rund 130 Instrumente zur Diagnostik, Förderung und Professionalisierung im Bereich Sprachbildung dokumentiert sind
  • Handreichungen und Broschüren, in denen Tools und Konzepte zur sprachlichen Bildung vorgestellt werden
  • Veranstaltungsangebote, die Möglichkeiten zum gemeinsamen Austausch und zum Vernetzen bieten
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