FLOH-Lesefitness-Training

FörderinstrumentPrimarstufe

Qualitätscheck als Förder-Tool:
(Für Erläuterungen mit der Maus auf die Zahlen und Punkte zeigen.)

Zielbereich Altersgruppe Durchführbarkeit Theoretische Fundierung Wirksamkeit
11,12 6 bis 10 grüner Punkt grüner Punkt gelber Punkt

Kurzbeschreibung

Preis: 6,50 bzw. 5,50 Euro pro SuS (s. "was wird benötigt, um das Tool umzusetzen").

Bei FLOH-Lesefitness-Training handelt es sich um ein Förderinstrument für den Primarbereich, das der Förderung von Lesegeschwindigkeit und –verständnis dient sowie die Lesemotivation steigern soll. Außerdem können anhand der im Tool enthaltenen Übungsblätter (auch Testbögen genannt) informell Kompetenzzuwächse dokumentiert werden. Das Tool besteht aus einer Kinder- und Jugendzeitschrift, Übungsblättern (sog. Check- oder Testbögen) mit kurzen Texten und Fragen, die Lesetempo und –verständnis der Kinder erfassen und fördern sollen, Checkheften in denen die Kinder ihre Fortschritte dokumentieren können, einem Klassenposter und Zusatzmaterial wie Elternbriefen und Audio-Dateien.

Letzte inhaltliche Bearbeitung/Prüfung am: 04.04.2022

Welches Ziel hat das Tool?

FLOH-Lesefitness-Training wurde mit der Zielsetzung entwickelt, Lesegeschwindigkeit und –verständnis sowie die Lesemotivation von Grundschulkindern zu verbessern, was durch das Bearbeiten der Checkbögen und die Dokumentation im Checkheft erreicht werden soll. Außerdem soll ein angenehmes „Leseklima“ geschaffen werden, indem die Eltern aktiv in die Leseförderung ihrer Kinder miteinbezogen werden, da das Kind die Aufgabe hat, ihnen 5-10 Minuten pro Tag etwas vorzulesen. Diese häusliche Vorlesezeit wird von den Eltern durch Unterschriften dokumentiert, wobei die Kinder in der Klasse die Möglichkeit haben, diese Leseunterschriften gegen ein Papiermotiv für ein großes, im Tool enthaltenes Klassenposter einzutauschen. Dadurch können individuelle Leseerfolge zu einem gemeinschaftlichen Erfolg beitragen. Durch die Dokumentation der Ergebnisse ihrer Übungsblätter, die die Kinder selbst über eine Punkte-Skala führen können, werden auch kleinste Entwicklungsfortschritte deutlich und sollen damit motivierend wirken. Die Übungsblätter sind kindgerecht und ansprechend gestaltet und der Inhalt der Texte versucht, die Interessensgebiete von Jungen und Mädchen gleichermaßen zu bedienen.
Das Tool eignet sich für den Einsatz in den Modulen P3 „Diagnose und Förderung der Leseflüssigkeit und ihrer Voraussetzungen“ und P4 „Diagnose und Förderung des Leseverständnisses“.

Für welches Vorhaben kann das Tool eingesetzt werden?

FLOH-Lesefitness-Training kann von Lehrkräften eingesetzt werden, die Lesemotivation und Leseverständnis und -geschwindigkeit (sowie „Leseklima“) einer gesamten Klasse des Primarbereichs fördern wollen. Es kann sowohl von der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer als auch der Deutschlehrkraft angeleitet werden. Die Übungsblätter/Testbögen sind in ihrer Konzeption und Schwierigkeit nach Klassenstufen differenziert. Im Falle einer jahrgangsgemischten Klasse ist es auch möglich, das Material für verschiedene Jahrgangsstufen abgestimmt auf die Klassenzusammensetzung zusammenzustellen.
Mehrsprachigkeit wird in dem Tool nicht explizit berücksichtigt. Allerdings ist das Material so gestaltet, dass sowohl stärkere als auch schwächere Leser von dem Tool profitieren können. Durch die Bereitstellung der Texte als Audiodatei werden gezielt Kinder mit Deutsch als Zweitsprache angesprochen. Dabei wird betont, dass die Fähigkeit, sich auf Gehörtes zu fokussieren und aus dem Gesagten Informationen zu entnehmen, gerade Kindern mit Deutsch als Zweitsprache auf ihrem Weg zum Lesen hilft, dies wird jedoch nicht begründet.

Das Tool kann grundsätzlich auch für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache eingesetzt werden. Bei diesen Kindern ist es jedoch angezeigt, sie in zusätzlichen, kleineren Gruppen entsprechend ihres je spezifischen Bedarfs zu fördern.

Wie funktioniert das Tool?

Bei FLOH-Lesefitness-Training handelt es sich um ein Förderinstrument für den Primarbereich. Um mit dem Tool zu arbeiten, erwerben Lehrkräfte ein Abonnement der Zeitschrift FLOHKISTE/floh! Zusammen mit einer entsprechenden Anzahl (Klassensätze) von Checkbögen und Checkheften des Trainingsprogramms, welche das Lesetempo und das Leseverständnis untersuchen. Das Checkheft kann von den Kindern genutzt werden, um ihre Lesevorlieben und Fortschritte in den einzelnen Tests zu dokumentieren. Außerdem enthält das Tool weiterführendes didaktisches Material für die Lehrkraft.

Die Kinder bearbeiten jeweils zu fünf bis sieben Zeitpunkten im Schuljahr, die im Abstand von ca. 4 Wochen von der Lehrkraft angesetzt werden, in Einzelarbeit zwei unterschiedliche Übungsblätter: Den Tempo- und den Verständnischeck. Die Bearbeitung der beiden Übungsblätter soll insgesamt ca. 20 Minuten in Anspruch nehmen, anschließend korrigiert die Lehrkraft die Testbögen mithilfe der Lösungsschablone. Die Kinder können ihre Ergebnisse dann selbstständig in ihr Checkheft eintragen, um den individuellen Fortschritt zu dokumentieren. Nebenher soll das Vorlesen im häuslichen Umfeld weiter geübt werden, weshalb die Kinder ermuntert werden, ihren Eltern/Erziehungsberechtigten täglich 5-10 Minuten etwas vorzulesen. Diese tägliche Vorlesezeit dokumentieren die Eltern mit einer Unterschrift auf einer Art Laufzettel: Hat ein Kind sieben Unterschriften auf einem solchen Zettel gesammelt, kann es diesen für ein Papiermotiv bei der Lehrkraft eintauschen und damit ein großes Klassenposter mitgestalten. Es erhält dann einen neuen Laufzettel, um weitere Unterschriften seiner Eltern zu sammeln.

Es wird empfohlen, FLOH-Lesefitness-Training begleitend zur regelmäßig erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift FLOHKISTE/ floh! durchzuführen. Die Themen der Hefte sowie deren Erscheinungsdaten sind der Lehrkraft durch begleitendes Informationsmaterial zu Beginn eines Abonnements bekannt.

Für die Lehrkraft wird ein kostenfreies Exemplar der Testhefte pro Bestellung beigelegt. Im Rahmen des Lieferumfangs erhält die Lehrkraft außerdem ein Abo der altersgemäßen Ausgabe der Zeitschrift FLOHKISTE/floh! mit didaktischen Handreichungen pro Klasse für den Trainingszeitraum und Zugang zum Onlinebereich, in dem die einzelnen Geschichten als Audiodatei zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden. Um diese nutzen zu können, muss ein PC mit Lautsprecher verfügbar oder die Formatierung der Audiodatei auf andere Datenträger möglich sein, um sie auf einem CD-Spieler/Stereo-Anlage o. Ä. wiedergeben zu können. Ferner erhält die Lehrkraft ein großes Poster für den Klassenraum und die Kopiervorlage für die Posterteile, die die Kinder durch die häuslichen Vorlesesituationen sammeln, um gemeinsam das Poster zu gestalten. Diese Lesebestätigung für die Eltern, sowie einen Elternbrief auf dem das Programm vorgestellt wird, liegen ebenfalls als Kopiervorlage bei. Außerdem enthalten sind Teilnahme-Urkunden für alle Kinder, ein Infoblatt für die Lehrkraft sowie eine Overhead-Folie mit einer Beispielaufgabe, die im Vorfeld eines Lesechecks mit der Klasse besprochen werden kann.

Die Übungsblätter (Testbögen) „Tempocheck“ für die erste Klasse

Für die erste Jahrgangsstufe enthält FLOH-Lesefitness-Training fünf Testbögen, die in der zweiten Schuljahreshälfte im Abstand von etwa vier Wochen durchgeführt werden können.

Die Bearbeitungszeit für den Tempocheck beträgt fünf Minuten. Auf den Testbögen ist pro Aufgabe ein Bild abgedruckt und die Kinder sollen das zum Bild passende Wort aus drei sich ähnelnden Antwortmöglichkeiten auswählen und ankreuzen.

Beispielaufgabe:

Es ist ein Bild eines Abreiß-Kalenders zu sehen und das Kind kann zwischen den danebenstehenden Antwortmöglichkeiten

  • Klaus
  • Kalender
  • Keller

auswählen. Auf einer Testseite sind 10 solcher Aufgaben enthalten, der gesamte Testbogen umfasst 70 Aufgaben. Jedes richtig angekreuzte Wort ergibt einen Punkt.

Die Lehrkraft wird im Begleitmaterial darauf hingewiesen, dass die meisten Kinder zu Beginn nur etwa eine Seite des Tests bearbeiten können. Daher müsse den Kindern erklärt werden, dass es nicht darum gehe, alle Aufgaben in der vorgegebenen Bearbeitungszeit zu lösen. Vielmehr liegt das Ziel in der individuellen Verbesserung jedes einzelnen Kindes. Die Autoren begründen ihre Entscheidung so viele Items zur Verfügung zu stellen damit, dass dadurch auch lesestarken Kindern Anreize geboten würden, sich individuell noch zu steigern.

Die Übungsblätter (Testbögen) „Tempo-Check“ für die Klassen zwei bis vier

Es gibt je sieben Testbögen für die zweite Klasse und nochmal sieben gemeinsame Testbögen für die Klassenstufen drei und vier, die in ihrem Schwierigkeitsgrad nicht nach diesen Klassenstufen differenziert wurden. Zum Bearbeiten der Testbögen stehen den Kindern fünf Minuten zur Verfügung. Die Aufgaben bestehen aus jeweils drei Sätzen in einem Dreierblock, die sich nur in einem Wort unterscheiden. Das Kind hat die Aufgabe, anzukreuzen, welcher der drei Sätze Sinn ergibt.

In einem Testbogen sind insgesamt 98 Aufgaben enthalten, für jede richtig angekreuzte Aufgabe gibt es einen Punkt. Die Lehrkraft wird im Begleitmaterial darauf hingewiesen, dass die meisten Kinder zu Beginn nur etwa eine Seite des Tests bearbeiten können. Daher müsse den Kindern erklärt werden, dass es nicht darum gehe, alle Aufgaben in der Bearbeitungszeit zu lösen. Vielmehr liegt das Ziel in der individuellen Verbesserung jedes einzelnen Kindes. Die Autoren begründen ihre Entscheidung, so viele Items zur Verfügung zu stellen, damit, dass dadurch lesestarken Kindern Anreize geboten würden, sich individuell noch zu steigern.

Beispielaufgabe:

  • Hanteln leben gerne allein.
  • Hamster leben gerne allein.
  • Häuser leben gerne allein.

Die Übungsblätter (Testbögen) „Verständnischeck“ für die erste Klasse

Der Verständnis-Check für die erste Klasse besteht aus fünf Testbögen, der zwei verschiedene Aufgabenformate bereithält. Zur Bearbeitung haben die Kinder 15 Minuten Zeit.

Der erste Aufgabentyp ist eine Bildwahlaufgabe: Es wird ein einfacher Aussagesatz abgedruckt und darunter befinden sich jeweils drei Bilder, von denen das Kind dasjenige ankreuzen muss, was den Inhalt des zuvor präsentierten Satzes abbildet.

Beispielaufgabe:

Abgedruckter Aussagesatz: „Der Zauberer sitzt neben seiner Truhe.“
Darunter gibt es ein Bild, auf dem ein Zauberer auf einer Truhe sitzt, auf dem zweiten Bild sitzt er neben einer Truhe und auf einem dritten Bild macht er einen Handstand neben einer Truhe.

Das Kind muss also genau lesen, weil sich die Bilder recht ähnlich sind. Von dieser Aufgabenart sind immer drei auf einer Seite abgedruckt, insgesamt enthält ein Bogen 12 solcher Aufgaben.

Die zweite Aufgabenart besteht aus einer Übung zum Textverstehen. Es sind kurze Texte abgedruckt, bei denen einige Wörter durch Bilder ersetzt wurden. Die Geschichten sind kindgerecht geschrieben und illustriert, beispielsweise wird von einem Bienenvolk berichtet, das auf den Frühling wartet. Unter den kurzen Textabschnitten stehen jeweils ein bis zwei Fragen zum Inhalt des Textes, wobei es jeweils drei Antwortmöglichkeiten gibt. Insgesamt enthält ein Testbogen drei Textabschnitte à drei bis vier Sätze, zu denen jeweils ein bis zwei Fragen gestellt werden.

Beispielaufgabe (die Bilder, die im Text anstelle einiger Worte enthalten sind, wurden an dieser Stelle der Übersichtlichkeit halber verschriftet):

Der Frühlingshut
Wann ist der Frühling endlich da? Wenn die Sonne mit ihren warmen Strahlen ans Bienenhaus klopft! Die Bienenkönigin ruft: „Der Frühling ist da? Kundschafter-Biene, nachsehen, ob schon Blumen blühen!“ Aber die Kundschafter-Biene hat sich den Flügel verstaucht.

Beispiel für eine der Multiple-Choice-Fragen:

Wann ist der Frühling da?

  • Wenn die Bienenkönigin ruft
  • Wenn die Kundschafter-Biene fliegt
  • Wenn die Sonne mit warmen Strahlen scheint

Die Übungsblätter (Testbögen) „Verständnis-Check“ für die Klassen zwei bis vier

Die Kinder erhalten einen Text von bis zu zweieinhalb Seiten Länge (in großer Schrift), zu dem sie im Rahmen von Multiple-Choice-Aufgaben zehn Fragen zum Text beantworten sollen. Dabei können sie jeweils aus drei Antwortmöglichkeiten wählen und haben zur Bearbeitung 15 Minuten Zeit. Für die Klassenstufe zwei wird der Text in mehrere Abschnitte unterteilt, unter denen sich jeweils direkt die Fragen befinden. In der Klassenstufe drei und in der Klassenstufe vier steht der Text als Ganzes am Anfang des Testbogens.

Bei vielen Geschichten der Checks fehlt der Schluss. Dieser kann im jeweils aktuellen Heft von FLOHKISTE oder floh! nachgelesen werden (siehe Abschnitt FLOHKISTE/floh!), das die Lehrkraft im Rahmen des Abonnements erhält.

Beispielaufgabe Klasse zwei:

Wie der Zauberer sich wegzaubern lernte.
Es war einmal ein Zauberer, der bekam von seinem Vater eine Schatztruhe. Der hatte sie von seinem Vater bekommen und der wieder von seinem Vater und der wieder … Jedenfalls stammte die Schatztruhe des Zauberers aus ururalter Zeit. Jeder Zauberervater hatte die Truhe an seinen Zauberersohn mit den Worten übergeben: „Hüte sie ja gut, damit dir die Schätze nicht etwa gestohlen werden.“
Und das tat auch unser Zauberer. Er war aber kein wirklicher Zauberer. Sonst hätte er sich ja zum Beispiel einen Drachen zaubern können, der dann für ihn den Schatz bewachen würde. Der Zauberer jammerte deshalb immerzu, weil er so gut wie nie seinen Turm verlassen konnte, in dem die Schatztruhe stand. Tagein und tagaus nicht, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr nicht.

Beispiel für eine der Multiple-Choice-Fragen:

Von wem hatte der Zauberer die Schatztruhe bekommen?

  • Von einem Drachen
  • Von seiner Uroma
  • Von seinem Vater

Das Checkheft

Bei dem Checkheft handelt es sich um eine Art Lesetagebuch, das jedes teilnehmende Kind erhält und für den Zeitraum eines Schuljahres persönlich führt. Dort trägt das Kind Lesevorlieben und Lesegewohnheiten ein. Außerdem gibt es Koordinatensysteme, in die das Kind die Ergebnisse seiner Checks eines Schuljahres anhand einer Punkteskala eintragen kann. Es gibt je ein Koordinatensystem für die Tempo-Checks und eines für die Verständnis-Checks. Durch das Verbinden der Punkte zu einem Graphen kann das Kind erkennen, wenn es auch nur kleinste Fortschritte in einem Bereich gemacht.

Die Zeitschrift FLOHKISTE/floh!

Bei der Zeitschrift handelt es sich um eine Kinder- bzw. Jugendzeitschrift des Domino-Verlags, auf deren Inhalten die Tests von FLOH-Lesefitness-Training basieren. Die Hefte erscheinen alle 14 Tage und stellen unterschiedliche Textsorten bereit, die bei den Kindern Lesefreude wecken sollen. Im Rahmen der Teilnahme an FLOH-Lesefitness-Training erhält die Lehrkraft für ein Schuljahr ein kostenfreies Abonnement der altersgemäßen Zeitschrift für die Klasse. Die Zeitschrift kann zur Unterrichtsvorbereitung und -nachbereitung genutzt werden oder wird der Klasse zum weiteren Durchsehen zur Verfügung gestellt.

Audio-Material

Alle Texte der Checks werden auch als Audiodatei zur Verfügung gestellt. Die teilnehmende Lehrkraft erhält hierfür Zugang zu einer passwortgeschützten Onlineplattform, von der die Audiodateien heruntergeladen werden können.

Das Klassenposter/Vorlesen zuhause

Im Rahmen einer Teilnahme an FLOH-Lesefitness-Training werden die Kinder dazu ermutigt, ihren Eltern/Erziehungsberechtigten täglich fünf bis zehn Minuten etwas vorzulesen. Die Eltern/Erziehungsberechtigten bestätigen diese tägliche Vorlesezeit mit einer Unterschrift auf einem Lesezettel (ist als Kopiervorlage im Lieferumfang enthalten). Sobald ein Kind sieben Unterschriften gesammelt hat, was idealerweise nach einer Woche der Fall ist, kann es den Zettel gegen ein Teil für das Klassenposter eintauschen. Dieses Teil wird bemalt und auf großes mitgeliefertes Poster geklebt, wodurch das Klassenposter erst durch die Kinder und ihre Leseerfahrungen gestaltet wird. Ein individueller Leseerfolg kann dadurch zu einem gemeinschaftlichen Erfolgserlebnis beitragen.

Auswertung

Zur Korrektur der Testbögen erhält die Lehrkraft eine Korrekturschablone und Lösungsbögen zu allen Aufgaben. Für jede richtig angekreuzte Antwort bekommt ein Kind einen Punkt. Das Kind kann nach der Korrektur die erreichte und von der Lehrkraft zusammengezählte Punktzahl im Verständnis-Check und im Tempo-Check in die Übersicht seines Checkheftes eintragen. Dadurch wird die Entwicklung seiner Kompetenz im Bereich Lesen visualisiert und für das Kind erfassbar.

Was wird benötigt, um das Tool umzusetzen?

Zugänglichkeit: Der Domino-Verlag hat seine Arbeit eingestellt, die Zeitschrift FLOHKISTE/floh! erscheint nicht mehr. Das Lesefitness-Training ist jetzt über die Rocher group bestellbar, s. Links.

Preis: Der Preis für FLOH-Lesefitness-Training beläuft sich auf 6,50 Euro für die Printversion und 5 Euro für die online-Version pro Schülerin oder Schüler (Bestellung beider Versionen 10 Euro, wenn die gesamte Schule teilnimmt je 1 Euro billiger für print/online/beide).

Material: Im Lieferumfang enthalten sind je nach Klassenstufe die je fünf bis sieben verschiedenen Testbögen zum Verständnis-Check und Tempo-Check pro Kind mit je einem Lösungsblatt und einer Korrekturschablone für die Lehrkraft. Ferner erhält jedes Kind und die Lehrkraft je ein Check-Heft, in dem die eigenen Testergebnisse dokumentiert werden können und in dem außerdem Raum für die Auflistung der eigenen Lieblingsbücher, Lieblingsleseorte etc. gegeben ist.

Schulung: Eine Schulung ist nicht nötig.

Durchführungsdauer: Die fünf bis sieben Bögen werden im Laufe eines Schuljahres bearbeitet, wobei der Abstand zwischen den Testtagen jeweils ca. vier Wochen beträgt. Die Bearbeitung des Leseverständnis-Checks soll 15 Minuten betragen und die des Lesetempo-Checks fünf Minuten.

Weiterführend werden die Kinder dazu ermuntert, täglich ihren Erziehungsberechtigten fünf bis zehn Minuten etwas vorzulesen.

Auswertung: Für die Lehrkraft werden eine Korrekturschablone und Lösungsblätter zu allen Testteilen mitgeliefert. Die Kinder sollen in ihrem Checkheft anhand der von der Lehrkraft errechneten Punktzahl selbstständig ihre Lesefortschritte dokumentieren.

Wie ist das Tool a) theoretisch b) empirisch fundiert?

a) theoretische Fundierung

FLOH-Lesefitness-Training ist eine Initiative der Stiftung LERNEN, der Schul- und Jugendzeitschrift FLOHKISTE und floh! und des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) im Verband Bildung und Erziehung (VBE), das seit dem Schuljahr 2002/2003 bundesweit angeboten und jährlich aktualisiert wird.

Dem Konzept zugrunde liegt vor allem die Erkenntnis, dass ein Zusammenhang zwischen Leseflüssigkeit und dem verstehenden Lesen besteht (vgl. Gien, 2012 in Anlehnung an Rosebrock, Nix, Riekmann & Gold, 2011). Das zeige sich unter anderem darin, dass vor allem disfluente Leser zur Risikogruppe in der PISA-Studie gehören. Für Gien (2012) besteht die Grunddisposition für die Entwicklung von Lesekompetenz in der Fähigkeit, Wortbausteine zu erkennen: Erfahrene Leser benötigen weniger Zeit zum Verarbeiten einer Information und können daher auch schneller lesen, sie haben also eine hohe Leseflüssigkeit.
Nach Gien (2012) gibt es außerdem einen Zusammenhang zwischen der Lesefreude und der Leseflüssigkeit: Dementsprechend haben neurowissenschaftliche Studien ergeben, dass das limbische System, welches für das Gefühlsleben verantwortlich ist, bei flüssigen Lesern deutlich mehr aktiviert wird als bei weniger flüssigen Lesern. Das führe dazu, dass gerade flüssige Leser das Lesen als genussvolles Aneignen von bedeutsamen Inhalten ansehen. Bei der angeführten Korrelation stellt sich allerdings die Frage nach der Richtung des Zusammenhangs: Ergibt sich die stärkere Aktivierung, die als Lesefreude gedeutet wird, aus der Fähigkeit flüssig zu lesen, oder ist das flüssigere Lesen eine Folge der Lesefreude?

Die theoretische Begründung für das Tool wäre demnach: Über die Checkhefte und den Nachweis von Fortschritten wird die Lesemotivation und damit die Lesefreude erhöht und dies soll in Kombination mit dem täglichen häuslichen Vorlesen zu höherer Leseflüssigkeit und somit besserem Leseverständnis beitragen.

b) empirische Fundierung

Es gibt bislang keine Studie, die unmittelbar eine Verbesserung der Lesekompetenz der Kinder nach der Anwendung des Tools durch unabhängige Lesekompetenztests geprüft hat. Allerdings hat Gien (2012) überprüft, ob sich im Leseverhalten (-geschwindigkeit/-verständnis, Motivation) durch das Tool etwas verändert. Dabei wurden drei Arten von Daten genutzt (1) eine Selbsteinschätzung / Einschätzung der Lehrkräfte per Fragebogen, (2) ergänzende Interviews und (3) eine Auswertung der individuellen Leistungsdokumentation der Checkhefte. In der Auswertung der individuellen Leistungsdokumentation in den Checkheften zeigte sich ein deutlicher Zuwachs von Lesegeschwindigkeit und Leseverständnis und auch die Ergebnisse des Fragebogens zeigen, dass die Kinder Freude an den Übungen hatten und sich laut Selbsteinschätzung im Lesen verbessert hatten.

Für die obige Analyse wurden über 1600 Checkhefte von fast 100 Klassen ausgewertet. Davon wurden 1000 vollständig ausgefüllte Hefte (aus ca. 80 Klassen) für die empirische Auswertung herangezogen. Die Ergebnisse des Fragebogens zeigen, dass fast allen Kindern die Teilnahme an FLOH-Lesefitness-Training Spaß gemacht hat, da über 98 Prozent der Kinder angaben, nochmals mitmachen zu wollen. Bei der Selbsteinschätzung einer Verbesserung der eigenen Lesekompetenz gaben im Rahmen eines Mehrfachantwortensets (in dem in jeder Einzelkategorie ein Wert von bis zu 100 Prozent erreicht werden kann) 88,8 Prozent der befragten Kinder an, nun schneller als noch vor dem Lesetraining lesen zu können, 86,6 Prozent fühlten sich im Lesen sicherer. 84,5 Prozent der Kinder gaben an, mehr Lust am Lesen zu haben, 71 Prozent verstehen besser den Inhalt des Gelesenen und 67,8 Prozent gaben an, nun genauer zu lesen. Insgesamt hat FLOH-Lesefitness-Training nach subjektiver Einschätzung der Kinder einen positiven Einfluss auf das Lesen lernen. Gien (2012) hält diesbezüglich fest, dass sich eine positive Selbsteinschätzung als entscheidender Motivationsfaktor positiv auf die Lernbereitschaft auswirke.

Die Untersuchung der individuellen Leistungsdokumentation der Checkhefte zeigte insgesamt, dass alle teilnehmenden Klassen einen deutlichen Zuwachs bei Lesegeschwindigkeit und Leseverständnis aufweisen. Durch ergänzende Interviews wurde vor allem deutlich, dass gerade bezüglich des Lesetempos regelmäßige und intensive Übungszeiten ausschlaggebend für entsprechende Erfolge und Verbesserungen in der Leseleistung seien. Diese Übungszeiten kann das Tool selbst allerdings nur bedingt gewährleisten, sie werden durch die Aufforderung zu den häuslichen Lesezeiten und die Unterschriften der Erziehungsberechtigten für das Vorlesen abgedeckt. Insgesamt zeigt die Studie, dass in allen Klassen (auch in den lernschwachen) ein deutlicher Lernfortschritt in der individuellen Leistungsdokumentation erkennbar ist. Neben einer Verbesserung des Leseverständnisses und der Lesegeschwindigkeit hat FLOH-Lesefitness-Training auch Einfluss auf das Selbstbild der Kinder. Gien (2012) spricht aufgrund der Triangulation der verschiedenen Erhebungsmethoden (Fragebögen, ergänzende Interviews und die Auswertung von Checkheften) von einem validen Ergebnis. Ferner bewertet sie FLOH-Lesefitness-Training als ein auf Nachhaltigkeit angelegtes Förderkonzept, da es kontinuierlich in allen Klassen der Primarstufe weitergeführt werden kann und somit auf hierarchiehöhere Prozesse wie Leseverständnis und Lesestrategien hinweist.

Alter: 6; 7; 8; 9; 10

Klassenstufe: 1; 2; 3; 4

Verbünde, die dieses Tool nutzen:

Links:

Homepage Stiftung Lernen/Lesefitness mit Bestellmöglichkeit:
 https://www.stiftung-lernen.de/lesefitness.html [04.04.2022]

Übersicht zum Projekt von „Lesen in Deutschland“:
https://www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=1212 [04.04.2022]

Literaturhinweise

Gien, G. (2012): Basale Lesekompetenz fördern. Ein Forschungsbericht zum FLOH-Lesefitness-Training. München: Domino Verlag Günther Brinek GmbH.

Lesefitness, Checkhefte 1-4, Lehrer- und Schülermaterial (2015). München: Domino Verlag Günther Brinek GmbH.

Rosebrock, C.; Nix, D.; Rieckmann, C. & Gold, A. (2011). Leseflüssigkeit fördern. Seelze: Friedrich Verlag.

Letzte Änderung am: 23.01.2024

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