In der Zusammenarbeit mit der Leitstelle BiSS-Transfer und dem Mercator-Institut bietet die BiSS-Akademie NRW seit kurzem das Angebot „Systematische Förderung von Schreibkompetenz“ für Schulen an. Im Interview sprechen Mostapha Boukllouâ, Sabine Stahl und Uta Biermann darüber, welche konkreten Unterstützungsangebote zum Thema Schreiben für Lehrkräfte bereitstehen. Bild: BiSS-Akademie NRW/P. Liffers

Schreiben ist eine Schlüsselkompetenz für erfolgreiches Lernen. Um die Schreibkompetenz von Kindern und Jugendlichen in der Schule systematisch zu fördern, bietet die BiSS-Akademie NRW seit kurzem einen Blended-Learning-Kurs für Lehrkräfte an, die diese Basiskompetenz bei ihren Schülerinnen und Schülern stärken wollen. Die ersten Lehrkräfte haben die Qualifizierung mittlerweile durchlaufen und starten nun mit der Umsetzung der Schreibfördermaßnahmen in ihrer Schule. Im Interview erklären Uta Biermann, Sabine Stahl und Mostapha Boukllouâ, welche Inhalte der Kurs zur Schreibförderung vermittelt und welche Rückmeldungen sie von Schulen bekommen.

Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner:

  • Mostapha Boukllouâ ist Leiter des Referats „Integration durch Bildung“ im Ministerium für Schule und Bildung NRW.
  • Sabine Stahl leitet in Nordrhein-Westfalen die Landesstelle Schulische Integration und ist in dieser Funktion die zuständige Dezernentin der BiSS-Akademie NRW.
  • Uta Biermann ist Landeskoordinatorin der Initiative BiSS-Transfer für Nordrhein-Westfalen und als Koordinatorin in der BiSS-Akademie NRW tätig.
Das Foto zeigt Uta Biermann von der BiSS-Akademie NRW. Foto: BiSS-Akademie NRW
Uta Biermann

Nach der Einführung des landesweiten Lesebands rückt nun die Schreibkompetenz bei Ihnen im Land stärker in den Fokus. Was beinhaltet das neueste Angebot der BiSS-Akademie „Systematische Förderung von Schreibkompetenz“ genau, Frau Biermann?

Uta Biermann Das Netzwerk der BiSS-Akademie NRW bietet ja ein breites Unterstützungs- und Qualifizierungsangebot im Bereich der sprachlichen Bildungsarbeit an. Wenn Schulen beispielsweise die Basiskompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler stärken möchten, können sie unsere Unterstützung hinzuziehen. Hierzu zählt auch das Angebot „Systematische Förderung von Schreibkompetenz“. Hierbei geht es um die Vermittlung des Grundlagenwissens zum Schreiben über den BiSS-Blended-Learning-Kurs „Systematische Förderung der Schreibflüssigkeit und der Schreibstrategien“ und den Einsatz entsprechender Trainingsmaterialien im Unterricht. Das Unterrichtsmaterial „Texte meistern“ wurde vom Mercator-Institut in verschiedenen Projekten entwickelt und erfolgreich evaluiert und kommt zum neuen Schuljahr in den ersten Schulen zum Einsatz. Das heißt konkret, die Teilnehmenden erwerben zunächst Basiswissen. Sie erfahren, warum flüssiges Schreiben als ein zentrales Ziel des Unterrichts so wichtig ist und unflüssiges Schreiben mit Blick auf die Bildungsbiografie der Schülerinnen und Schüler so problematisch. Darüber hinaus beschäftigen sie sich damit, wie flüssiges Schreiben im Unterricht mit den Förderheften „Texte meistern“ trainiert werden kann. Dieses Qualifizierungsangebot bietet den Lehrkräften also ein Format mit direkter Umsetzungsmöglichkeit und Gelingensbedingungen zur Förderung der Schreibflüssigkeit und der Schreibstrategien zur Unterrichts- und Schulentwicklung.

Blended Learning – oder kurz BL – heißt, es gibt Präsenz- und Online-Lernphasen. Können Sie mal einen Einblick geben, wie der Blended-Learning-Kurs zum Schreiben konkret aufgebaut ist?

Uta Biermann Genau, die Lehrkräfte erarbeiten die Inhalte in dem BL-Kurs sowohl im gemeinsamen Austausch in Präsenz als auch eigenständig online, um ihnen zeitliche und örtliche Flexibilität zu ermöglichen. Der kollegiale Austausch und eine fachkundige Begleitung sind dabei in allen Phasen gegeben. In dem BL-Kurs gibt es verschiedene Lerneinheiten, die aufeinander aufbauen und sich auf drei Bausteine verteilen. Der erste Baustein startet mit einer Einführung zum Schreiben, betrachtet die Komplexität des Schreibprozesses, erläutert, was schriftliche Kommunikation ausmacht und wie der Schreibprozess abläuft. Es werden Verfahren zur Diagnostik schriftsprachlicher Fähigkeiten und Ansätze zur Schreibförderung thematisiert.

Baustein Zwei beinhaltet die hierarchieniedrigen Fähigkeiten, die Schreibflüssigkeit. Dabei erhalten die Lehrkräfte Antworten auf Fragen wie: Warum ist das flüssige Schreiben so grundlegend? Wie lassen sich die nötigen Fähigkeiten dazu entwickeln? Welche Diagnoseverfahren sind dafür geeignet? Und wie fördere ich die Schreibflüssigkeit bei meinen Schülerinnen und Schülern? Beide Aspekte der Schreibflüssigkeit- nämlich das zügige Formulieren und schnelle Abrufen und Verschriften von Buchstaben und Wörtern werden vertieft. Im dritten Baustein geht es dann um die hierarchiehohen Fähigkeiten – um die Schreibstrategien, die zum Verfassen von Texten benötigt werden. Hier wird thematisiert, wie diese im Klassenverband zur Gestaltung des Schreibprozesses, zur Textstruktur besprochen und eigenständig angewendet werden können. Die Lehrkräfte setzen sich im Anschluss zu den strukturierten wiederkehrenden Aufgaben der Trainingshefte mit ihren Niveaustufen und den drei Phasen Aufwärmen-Trainieren-Auslaufen, mit verschiedenen Übungsmöglichkeiten auf Buchstaben-, Wort- und Satzebene im kollegialen Austausch, auseinander.

Das sagen Lehrkräfte zu dem Blended-Learning-Kurs „Systematische Förderung der Schreibflüssigkeit und der Schreibstrategien“. Grafik: BiSS-Akademie NRW

Auf welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen oder welchem Fachwissen bauen Sie Ihr Qualifizierungsangebot für die Schulen auf?

Uta Biermann Das Thema Schreiben haben wir schon lange im Vorfeld am Übergang von der Initiative BiSS in die Transferphase aufgrund der vielen Nachfragen der Schulen vorbereitet. Nordrhein-Westfalen hat sich daher bewusst in der Transferphase auch an den wissenschaftlichen Erhebungen des BiSS-Transfer-Forschungsnetzwerks beteiligt. Von 2020 bis 2025 qualifizierte das Forschungsteam der Initiative BiSS-Transfer „Schreib-BiSS“ Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Länder sowie Lehrkräfte im Bereich Schreiben und hat die Maßnahmen im Unterricht erprobt. Die Erkenntnisse daraus sind eine wichtige Grundlage für unsere weitere Arbeit. Parallel dazu haben wir uns mit dem zuständigen Fachreferat in unserem Land über die notwendigen Ressourcen und die fachliche Ausrichtung abgestimmt. Auch aus dem bundesweiten Netzwerk der BiSS-Landeskoordinatorinnen und -koordinatoren konnten wir profitieren, indem wir in gewohnter vertraulicher Weise auf kurzem Weg Prozess- und Umsetzungserfahrungen geteilt haben. Diese wissenschaftlichen und praxiserprobten Erkenntnisse und die Erfahrungswerte aus anderen Ländern waren die Basis für die Entwicklung eines Angebots zur Förderung der Schreibkompetenzen von Schülerinnen und Schülern von der Grundschule bis zur Sekundarstufe. Das BiSS-Blended-Learning-Team und das Wissenschaftsteam zur Schreibförderung aus dem Mercator-Institut haben uns dabei maßgeblich unterstützt.

„Die wissenschaftlichen und praxiserprobten Erkenntnisse und die Erfahrungswerte aus anderen Ländern waren die Basis für die Entwicklung eines Angebots zur Förderung der Schreibkompetenzen von Schülerinnen und Schülern von der Grundschule bis zur Sekundarstufe.“

Uta Biermann

Wie ist daraus ein konkretes Angebot für Schulen entstanden?

Uta Biermann Auf dem Fachtag der BiSS-Akademie NRW im Jahr 2024 konnten wir mit Unterstützung des Teams der Initiative BiSS-Transfer erstmals ein Qualifizierungsangebot mit verschiedenen Modulen vorstellen. Zunächst ging es darum, den Bedarf der Schulen zu ermitteln – und dieser war groß. Daraufhin haben wir das Angebot weiter konkretisiert und mit entsprechenden Ressourcen sowie Materialien zur Unterstützung der Schulen auf den Weg gebracht. Für den Fachtag 2025 haben wir das Angebot – gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Sprachbildung im CHANCEN-Verbund – ein weiteres Mal um das Trainingsmaterial zur Förderung der Schreibflüssigkeit und der Schreibstrategien weiterentwickelt, um dieses schließlich auch als Qualifizierungsangebot für Startchancen-Schulen mit begleitender Unterstützung anbieten zu können. 2025 hatten wir auch die Möglichkeit mit Unterstützung des Teams des Mercator-Instituts, weitere Tutorinnen und Tutoren, unter anderem für den Bereich Schreiben auf den Weg zu bringen, um fokusübergreifend weitere Angebote für die Schulen entwickeln und hierfür weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausbilden zu können. Zum Start des Schuljahres 2025/2026 konnten wir schließlich mit der ersten Qualifizierungsmaßnahme zum Schreiben beginnen. Zwei Kurse für Lehrkräfte haben wir bereits durchgeführt, die zweite Kohorte ist inzwischen abgeschlossen, und zum neuen Schuljahr 2026/27 startet nun die dritte Kohorte. Die Erfahrungen, die wir mit den Schulen im Prozess für das Lesen gemacht haben, helfen nun, eine systematische Schreibförderung an Schulen verlässlich aufzubauen. Wir fangen klein mit ersten Schulen an und haben die Anzahl der teilnehmenden Lehrkräfte zunächst begrenzt, um Erfahrungen zu sammeln und gemeinsam mit den Erfahrungen der Schulen das Konzept zu optimieren.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den Schulen, die die Qualifizierung im Bereich des Schreibens bereits durchlaufen haben?

Uta Biermann Viel Positives und Hilfreiches. Viele Schulen berichten beispielsweise, dass sie sehr hilfreiches Grundlagenwissen und fachlichen Hintergrund erhalten haben. Sie konnten praktische Erfahrungen machen und das neue Wissen und Trainingsmaterial nun in ihr Kollegium und ihre Steuergruppenarbeit sowie in die Fach- und Lehrerkonferenzen hineintragen, um es im Unterricht in ihrem System mit festen Schreibzeiten einzusetzen. Andere Lehrkräfte melden uns zurück, dass ihnen die Bedeutung der Schreibflüssigkeit als Grundlage für weitere Schreibkompetenzen noch einmal deutlich geworden ist. Und dass sie durch die Qualifizierung Klarheit über ein strukturiertes Vorgehen zur Umsetzung und Förderung an die Hand bekommen haben, mit der sie diagnostische Verfahren einsetzen können und Basiskompetenzen gezielt stärken können. Gleichzeitig wünschen sich die Schulen weiterhin Austausch und Begleitung in den Netzwerktreffen durch die BiSS-Akademie – etwa bei der Umsetzung oder um von Erfahrungen anderer Schulen und ihrer Arbeit mit den Trainingsheften zu profitieren. Immer wieder wird auch der Wunsch nach einem Gesamtkonzept zur sprachlichen Bildung an uns herangetragen, das neben den Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben und „Mathematik verstehen“ auch Bereiche wie Zuhören und Mehrsprachigkeit stärker einbezieht. Diese Bedarfe nehmen wir in unsere weitere Angebotsentwicklung natürlich mit auf.

Das sagen Lehrkräfte zum Angebot „Systematische Förderung von Schreibkompetenz“ der BiSS-Akademie NRW:

  • „Der BL-Kurs ist sehr gelungen“
  • „Sehr großes Lob für die Struktur und Transparenz“
  • „Die Technik ist kompakt und gut handhabbar“
  • „Mir gefällt es sehr gut, dass wir nicht nur fachlichen Input haben, sondern immer auch Austausch- und Reflexionsphasen, wo wir von den anderen ebenfalls etwas mitkriegen“
  • „Gut vorstrukturierte Hefte als Unterstützung für die praktische Arbeit“
  • „Überzeugender Aufbau und klare Struktur der Qualifizierung bzw. Materialien“
  • „Das Lernportfolio ist eine klasse Idee. Das kann man echt sehr gut gebrauchen“

Über das Blended-Learning hinaus: Welche Tools und Unterstützungsangebote zur Schreibförderung bekommen Lehrkräfte und Schulen an die Hand?

Uta Biermann Zunächst einmal erhalten sie Konzepte und Materialien für ihre eigene Schulentwicklung, die die Qualifizierung begleiten und die sie im Netzwerk gemeinsam mit anderen Schulen weiterentwickeln und vertiefen können. Ihnen stehen regelmäßig stattfindende Netzwerktreffen, Austauschformate, Veranstaltungen und Workshops zur Verfügung, die sie nutzen können, um Fachinformationen zu erhalten und Praxiserfahrungen zu teilen. Darüber hinaus bekommen sie auch Einblicke in andere Projekte und Programme im Land und bundesweit.

Wie kommen Schulen und Lehrkräfte an diese Angebote und Unterstützungsmaterialien? Wie nehmen sie Kontakt zur BiSS-Akademie auf?

Uta Biermann Am besten über unser digitales Wissensportal – das digiWi. Den Zugang dazu finden interessierte Lehrkräfte auf der Webseite der BiSS-Akademie NRW. Das Portal bietet einen guten Überblick über das Unterstützungsangebot der BiSS-Akademie – mit Terminen und Anmeldemöglichkeiten zu Workshops, Veranstaltungen oder Kursen. Hier können Lehrkräfte unter anderem auch Einblicke in die konkreten Inhalte bekommen, die im Bereich der Schreibtrainings vermittelt werden. Oder sie können sehen, welche Themenbereiche die BiSS-Akademie im Bereich Lesen von der Grundschule über die Sekundarstufe bis hin zum Berufskolleg anbietet. Lehrkräfte können aber auch die Fachtage der BiSS-Akademie besuchen oder direkten Kontakt zu unserem Team aufnehmen, die E-Mail-Kontakte sind ebenfalls im digiWi auf der Webseite zu finden.

Das Unterstützungsangebot der BiSS-Akademie NRW für Lehrkräfte zum Thema Schreiben auf einen Blick:

  • Veranstaltungen, Qualifizierungen und Workshops zur Stärkung der Basiskompetenz Schreiben
  • BiSS-Blended-Learning-Kurs „Systematisches Training der Schreibflüssigkeit und der Schreibstrategien“ mit grundlegenden Informationen, Diagnostik- und Fördermöglichkeiten zum Thema Schreiben und den basalen Schreibfertigkeiten – wie die Schreibflüssigkeit – sowie der hierarchiehohen Schreibfertigkeiten wie die Vermittlung von Schreibstrategien
  • Gesamtkonzeption des Basiskompetenztrainings „Texte meistern“ mit Unterstützungsmaterial für Lehrkräfte zur Förderung der Schreibflüssigkeit und der Schreibstrategien
  • Trainingsmaterial für Schülerinnen und Schüler, binnendifferenzierende und individualisierende Ansätze
  • Raum für Netzwerken und Austauschen, Weitergabe von Gelingensbedingungen und Erfahrungswissen
  • Begleitung, Unterstützung und Impulse zur Unterrichts- und Schulentwicklung

Informationen zum Kursangebot finden Sie auf der Webseite der BiSS-Akademie NRW.

Die Anmeldung zum Workshop „Gemeinsam für die Stärkung der Basiskompetenz Schreiben“ ist ebenfalls über die Webseite möglich.

Das Foto zeigt Mostapha Boukllouâ. Er ist Leiter des Referats „Integration durch Bildung“ im Ministerium für Schule und Bildung NRW. Foto: privat
Mostapha Boukllouâ

Herr Boukllouâ, welche Chancen sehen Sie für die Weiterentwicklung der sprachlichen Bildung, insbesondere mit Blick auf die Angebote der BiSS-Akademie zur Schreibförderung?

Mostapha Boukllouâ Ich würde gar nicht auf einzelne Angebote eingehen, sondern den Blick etwas weiter fassen. Wir lesen aktuell das Thema sprachliche Bildung immer sehr eng. Sprachliche Bildung muss aber viel umfassender gedacht werden. Ein Beispiel hierfür ist der fraktionsübergreifende Antrag des NRW-Landtags zur Förderung von Mehrsprachigkeit, der im Juli dieses Jahres beschlossen worden ist. Dieser Beschluss zeigt, dass sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit eng zusammengehören. Die Arbeit der BiSS-Akademie zahlt auf die sprachliche Bildung insgesamt ein – immer unter Berücksichtigung der Sprachen, die Schülerinnen und Schüler bereits mitbringen. Diese vorhandene Mehrsprachigkeit ist eine Ressource, die schon heute in dem Unterstützungsangebot der BiSS-Akademie berücksichtigt wird, künftig aber sicherlich noch stärker zur Förderung der sprachlichen Bildung eingesetzt werden kann. Immer mit dem Ziel, dass Schülerinnen und Schüler die deutsche Bildungssprache sicher beherrschen, um Bildungsabschlüsse zu erreichen. Mehrsprachigkeit ist also eine Chance, die zukünftig noch viel stärker berücksichtigt werden kann. Wenn der Landtag dieses Thema aufgreift, ist das zugleich ein Auftrag an die Landesregierung, diesen Weg weiterzugehen. Eine weitere große Chance sehe ich in dem weiteren Transfer unserer Angebote. Wir haben jetzt über 1.000 Schulen im Netzwerk, das sind circa 20 Prozent der Schulen. Das ist eine gute Zahl, bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass wir noch viele Schulen erreichen können, die auch von unserer Unterstützung profitieren können und in die wir die Angebote der BiSS-Akademie transferieren wollen.

Das Foto zeigt Sabine Stahl von der BiSS-Akademie NRW. Foto: privat
Sabine Stahl

Woran merken Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler denn, dass sich die sprachliche Bildung verbessert, Frau Stahl?

Sabine Stahl Als allererstes merken Lehrkräfte an der Verbesserung der Basiskompetenzen, dass sich etwas verändert. Weiterhin merken Lehrkräfte sicherlich auch, dass es besser gelingt, fachliches Lernen zu unterstützen, sodass Schülerinnen und Schüler Fachinhalte besser verstehen und damit arbeiten können. Und sie merken den Erfolg von sprachlicher Bildung, wenn Schule immer mehr ein demokratischer Ort wird. Wenn es durch Sprache immer leichter fällt, eigene Sichtweisen einzubringen, in den Diskurs miteinander zu gehen und Schule miteinander zu gestalten. So – auf diese oft unbewusste Art und Weise – ergibt sich auch eine Leistungsverbesserung bei den Schülerinnen und Schülern. Die große Herausforderung im Bereich Sprachbildung ist es, von der Alltagssprache zur Bildungssprache zu kommen. Und wenn es zunehmend einfacher wird, komplexe, abstrakte und fachliche Aufgaben aus sprachlicher Perspektive zu bewältigen, dann merken Schülerinnen und Schüler, dass ein Entwicklungsprozess stattgefunden hat, der ihnen zu mehr Lernerfolg und leichterem Lernen verhilft.

Ich bedanke mich bei Ihnen für das Gespräch.


Weitere Einblicke in Entstehung, Ziele und Angebote der BiSS-Akademie NRW bieten Ihnen folgende Beiträge im BiSS Magazin:

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In Kürze erhalten Sie darüber hinaus einen Einblick in die Perspektive einer Schule, die zum neuen Schuljahr die Erkenntnisse aus dem Blended-Learning-Kurs der BiSS-Akademie NRW zur Basiskompetenz Schreiben in ihrem Schulentwicklungsprozess und Unterricht umsetzt. Die Grundschule wirkt seit vielen Jahren in der Arbeit der BiSS-Akademie NRW mit und ist zugleich auch Startchancen-Schule.

 

 

Das Foto zeigt unsere Mitarbeiterin Denise Krell.
Das Interview führte
Denise Krell
Kommunikationsmanagerin der Leitstelle BiSS-Transfer am Mercator-Institut für Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung
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